52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Robotergestützte Pyelolithotomie und Ureterolithotomie – Erfahrungen einer retrospektive Fallserie
Text
Einleitung: Die robotergestützte Steinchirurgie hat das Spektrum minimalinvasiver Therapieoptionen zur Behandlung komplexer Nieren- und Uretersteine erweitert und stellt mittlerweile ein wichtiges Instrument im modernen Steinmanagement dar. Ziel dieser Studie war die Evaluation von Sicherheit, Durchführbarkeit und Ergebnissen der robotergestützten Pyelolithotomie und Ureterolithotomie bei Nieren- und Uretersteinen in einem monozentrischen Patientenkollektiv.
Methodik: Es wurde eine retrospektive Analyse von 45 konsekutiven Patienten durchgeführt, die zwischen November 2019 und Oktober 2025 an einem tertiären Referenzzentrum einer robotergestützten Steinchirurgie unterzogen wurden. Alle Eingriffe erfolgten über einen transperitonealen Zugang.
Ergebnisse: Analysiert wurden präoperative, intraoperative und postoperative Parameter, einschließlich Steineigenschaften, Operationsdauer, Krankenhausverweildauer, Steinfreiheitsrate, Komplikationen (nach Clavien–Dindo) sowie die Notwendigkeit sekundärer Eingriffe. Es erfolgte eine deskriptive statistische Auswertung. Das mittlere Patientenalter betrug 57,2 Jahre [20–89] bei einem mittleren Steindurchmesser von 20,8 mm [5–60]. Nierensteine lagen bei 18 Patienten (40%) und Uretersteine bei 27 Patienten (60%) vor. Die mittlere Operationsdauer betrug 109 Minuten, die mittlere Konsolenzeit 76,7 Minuten. Die mediane Krankenhausverweildauer lag bei 5 Tagen [2–11]. Ein steinfreier Zustand wurde bei 40 von 45 Patienten (88,9%) erreicht. Vier Patienten mit komplexen Ausgusssteinen benötigten sekundäre Eingriffe mittels URS oder PCNL. Komplikationen traten bei 6 Patienten (13,3%) auf, überwiegend Clavien–Dindo IIIb; Konversionen oder Bluttransfusionen waren nicht erforderlich. Simultane Zusatzprozeduren wurden in 22,2% der Fälle durchgeführt.
Schlussfolgerung: Die robotergestützte Pyelolithotomie und Ureterolithotomie stellen bei sorgfältig ausgewählten Patienten mit komplexen Nieren- oder Uretersteinen sichere und effektive Therapieoptionen dar und ermöglichen hohe Steinfreiheitsraten bei niedriger perioperativer Morbidität.



