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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Robotisch assistierte Harnleiterventralisierung bei symptomatischen retrocavalem Harnleiter bei einem Jugendlichen

Bernhard Leicht - Klinikum Ingolstadt, Urologie/Kinderurologie, Ingolstadt, Deutschland

Text

Einleitung: Der retrocavale Harnleiter insgesamt eine sehr seltene Fehlbildung der unteren Vena cava, welche sekundär zu einer Harntransportstörung ipsilateral führen kann, welche oft einer operativen Korrektur bedarf. Heutzutage werden die meisten dieser Fälle weltweit laparoskopisch oder robotisch durchgeführt.

Methodik: Wir präsentieren einen 17-jährigen Patienten, der mit rez. ausgeprägten Koliken in unserer Abteilung vorstellig wurde. Zunächst erfolgte bei EKtasie °III und pos. Steinanamnese des Vaters eine CT-Abdomen nativ, welche bereits den V.a. einen retrocavalen Harnleiter rechts ergab. Eine MAG3-Szintigraphie bestätigte eine urodynamisch relevante Obstruktion bei ausgeglichener Nierenfunktion. Bei Symptomatik erfolgte eine retrograde Darstellung mit JJ-Einlage. Im weiteren Verlauf wurde noch eine MRT-Urographie durchgeführt, welche den Befund eindeutig bestätigte.

Ergebnisse: Es erfolgte am 10.11.2025 die daVinci-assistierte Ureterrekonstruktion rechts in Linksseitenlage. Hierfür wurden 4 Arbeitstrokare und ein Kameratrokar verwendet. Die Gesamtoperationszeit lag bei 181 min, die reine Konsolenzeit bei ca. 100 min. Intraoperativ wurde der JJ gewechselt. Die Anastomose erfolgte mit einer 4.0 Quill-Naht fortlaufend. Der Blutverlust lag bei ca. 20 ml. Postoperativ gab es keine Komplikationen. Die Entlassung erfolgte am 5. postoperativen Tag nach DK- und Drainagenentfernung. Die erste Kontrolle am 27.11.25 war unauffällig, am 12.12.25 wurde der JJ entfernt. Eine Kontrollsonographie erfolgte am 14.01.26, welche eine rückläufige Ektasie zeigte.

Schlussfolgerung: Die robotisch assistierte Operation eines retrocavalen Harnleiters stellt unserer Meinung heutzutage den Goldstandard dar. Die Operation kann sicher und mit sehr niedrigem Risiko durchgeführt werden. In der Literatur liegen die mittleren OP-Zeiten für die Laparoskopie über denen für die robotische Rekonstruktion, die Morbidität ist gering. Eine offene Operation sollte heutzutage bei diesem Krankheitsbild möglichst vermieden werden. Auch bei Kindern und Jugendlichen nehmen robotische Verfahren zu.

Abbildung 1 [Abb. 1], Abbildung 2 [Abb. 2]

Abbildung 1

Abbildung 2