52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Einfluss der transperinealen Prostatbiopsie unter Lokalanästhesie auf uroflowmetrische Parameter
Text
Einleitung: Die transperineale Prostatbiopsie (TP-Bx) wird aufgrund des geringeren Infektionsrisikos und höherer Detektionsraten klinisch signifikanter Prostatakarzinome zunehmend bevorzugt. Die Durchführung unter Lokalanästhesie bietet sowohl klinische als auch ökonomische Vorteile. Dennoch stellt der akute Harnverhalt (AUR) weiterhin eine relevante postprozedurale Sorge dar. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss einer unter Lokalanästhesie durchgeführten TP-Bx auf die Miktionsfunktion anhand uroflowmetrischer Parameter zu untersuchen.
Methodik: In dieser prospektiven Beobachtungsstudie wurden 74 Patienten eingeschlossen. Die TP-Bx wurde unter Lokalanästhesie mittels Freehand-Technik durchgeführt. Zur Beurteilung der Miktionsfunktion wurden die uroflowmetrischen Parameter maximale Harnflussrate (Qmax, ml/s), durchschnittliche Harnflussrate (Qave, ml/s), Miktionsvolumen (Vv, ml) sowie das postmiktionelle Restharnvolumen (PVR) prä- und postinterventionell erhoben.
Ergebnisse: Die mittleren Veränderungen zwischen prä- und postprozeduraler Messung betrugen 1,78 ± 4,33 für Qmax und 0,63 ± 1,70 für Qave. Nach TP-Bx zeigte sich eine signifikante Abnahme sowohl der Qmax- als auch der Qave-Werte (p<0,001). Das postmiktionelle Restharnvolumen nahm ebenfalls signifikant zu (p<0,001). Die beobachteten Veränderungen waren jedoch gering ausgeprägt und machten in keinem Fall eine Katheterisierung erforderlich.
Schlussfolgerung: Mit zunehmender Erfahrung hat sich die TP-Bx als sicheres Verfahren etabliert. Die Anwendung der Lokalanästhesie reduziert anästhesieassoziierte Risiken, und das historisch befürchtete Risiko eines akuten Harnverhalts scheint geringer als bislang angenommen. Diese Ergebnisse unterstützen die TP-Bx als sicheres und effektives diagnostisches Verfahren.



