52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Einfluss rhythmischer akustischer Stimulation auf Schmerz und Angst während der transperinealen Prostatbiopsie: Eine prospektive klinische Studie
Text
Einleitung: Trotz Lokalanästhesie treten während der transperinealen Prostatbiopsie (TPBx) häufig Schmerzen und Angst auf, was das Patientenerlebnis beeinträchtigen kann. Rhythmische akustische Stimulation gilt als nicht-pharmakologische Methode zur Modulation der Schmerzwahrnehmung; der isolierte Effekt des Rhythmus wurde bislang jedoch unzureichend untersucht. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Metronom-Rhythmen und Schmerz- sowie Angstempfinden während der TPBx zu evaluieren.
Methodik: In diese monozentrische, prospektive, nicht randomisierte Studie wurden 200 Patienten eingeschlossen, die sich einer TPBx unterzogen. Entsprechend dem klinischen Workflow wurden die Patienten einer Kontrollgruppe oder Metronom-Rhythmus-Gruppen mit 60, 80, 100 oder 120 Schlägen pro Minute (bpm) zugeordnet. Der Schmerz wurde mithilfe der visuellen Analogskala (VAS) erfasst, die Angst mittels State-Trait-Angstinventar (STAI). Primärer Endpunkt war der prozedurale Gesamtschmerz.
Ergebnisse: In die finale Analyse gingen 196 Patienten ein. Sowohl die Gesamtschmerzwerte als auch die Schmerzen während der Applikation der Lokalanästhesie unterschieden sich signifikant zwischen den Gruppen (p<0,001). Die niedrigsten Schmerzwerte wurden in der 100-bpm-Gruppe beobachtet. Die postprozeduralen Angstwerte waren in den 60–100-bpm-Gruppen signifikant niedriger als in der Kontroll- und der 120-bpm-Gruppe. Die Basischarakteristika waren zwischen den Gruppen vergleichbar.
Schlussfolgerung: Eine metronombasierte rhythmische akustische Stimulation war mit Unterschieden im Schmerz- und Angstempfinden während der TPBx assoziiert und könnte eine einfache, kostengünstige Zusatzmaßnahme zur Verbesserung des Patientenerlebnisses darstellen.



