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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Zufallsdiagnose einer vollständigen sagittalen Harnblasenduplikation bei DJ Katheter Entfernung nach notfallmäßiger Harnableitung und sekundärer ureterorenoskopischer Steinsanierung

Vladyslav Sandul - Siloah St. Trudpert Klinikum, Klinik für Urologie, Pforzheim, Deutschland
P. Buchgeister - Siloah St. Trudpert Klinikum, Klinik für Urologie, Pforzheim, Deutschland
S. Kruck - Siloah St. Trudpert Klinikum, Klinik für Urologie, Pforzheim, Deutschland

Text

Einleitung: Die vollständige sagittale Duplikation der Harnblase ist eine seltene kongenitale Fehlbildung. Als pathogenetischer Mechanismus wird eine Störung der medianen Septierung der Kloake während der Entwicklung des Urogenitalsinus angenommen. Das klinische Erscheinungsbild reicht von symptomatischen Verläufen bis zu Zufallsbefunden im Rahmen urologischer Eingriffe.

Methode: Ein 21-jähriger Patient stellte sich notfallmäßig mit einem proximalen Harnleiterstein links vor. Zur Harnableitung erfolgte die Einlage eines DJ Katheters. Im Intervall wurde eine ureterorenoskopische Steinsanierung durchgeführt mit anschließendem DJ Katheter Wechsel. Die postoperativen Verläufe waren unauffällig.

Zur elektiven Katheterentfernung erfolgte eine erneute Urethrozystoskopie. Bei atypischer endoskopischer Anatomie wurde ergänzend eine MRT des Abdomens einschließlich 3D Urogramm mit Kontrastmittelfüllung der Blasen durchgeführt.

Ergebnisse: Im Rahmen der DJ Katheter Entfernung zeigte sich endoskopisch eine vollständige sagittale Duplikation mit zwei vollständig getrennten Harnblasen ohne pathologischen Schleimhautbefund.

Beide Harnblasen wiesen jeweils ein eigenes Ureterostium auf. Der rechte Harnleiter mündete in die rechte Harnblase, der linke Harnleiter in die linke Harnblase.

Im Bereich der bulbären Harnröhre fand sich ein mukosales Septum mit konsekutiver Aufteilung in zwei getrennte Lumina. Beide Lumina konnten separat sondiert werden; jeweils war ein Colliculus seminalis darstellbar. Tiefgehend imponierte eine blasenartige Struktur im Sinne des Zusammenführungsbereichs der urethralen Duplikation.

Der Befund war weder bei der initialen DJ Katheter Einlage noch bei der ureterorenoskopischen Steinsanierung mit DJ Katheterwechsel aufgefallen und wurde erst bei der DJ Katheterentfernung festgestellt.

Die MRT bestätigte zwei getrennte Harnblasen mit jeweils ipsilateraler Uretermündung. Weitere assoziierte urogenitale Fehlbildungen zeigten sich nicht.

Anamnestisch bestanden keine Miktionsstörungen, keine rezidivierenden Harnwegsinfektionen und keine Harninkontinenz.

Schlussfolgerung: Es handelt sich um eine asymptomatische vollständige sagittale Harnblasenduplikation mit zwei getrennten Harnblasen, die im Rahmen einer DJ Katheter Entfernung diagnostiziert wurde. Die MRT mit Kontrastmittelfüllung der Blasen erlaubte die vollständige anatomische Darstellung der Fehlbildung.