66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Überlaufblase XXL: 7.000 ml Urin und extrabdomineller Hernierung – interdisziplinäres Management
Text
Einleitung: Die chronische Harnretention mit Ausbildung einer massiven Überlaufblase stellt eine häufige und potenziell lebensbedrohliche Komplikation dar. In Kombination mit einer ausgeprägten Bauchwandhernie kam es in diesem besonderen Fall zu einer extrabdominellen Hernierung der Harnblase. Wir berichten über den besonderen Fall eines 72-jährigen Patienten mit einer Überlaufblase von 7.000 ml und Handball-großer Blasenhernierung bei ventraler Bauchwandhernie.
Methode: Falldarstellung: Der 72-jährige Patient stellte sich mit progredienter extraabdomineller Raumforderung seit ca. 2 Jahren vor, Miktionsbeschwerden wurden verneint. Klinisch imponierte eine ausgedehnte Bauchwandhernie mit prall-elastischer Raumforderung. Sonographisch und mittels kontrastmittelgestützter Computertomographie zeigte sich eine massiv dilatierte, extraabdominell hernierte, Harnblase. Nach transurethraler Katheterisierung und unfraktionierten Entleerung, entleerten sich 7.000 ml Urin. Eine konsekutive Makrohämaturie trat nicht auf.
Ergebnisse: Therapie und Verlauf: Die operative Versorgung erfolgte interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Abteilung für Viszeralchirurgie und plastischer Chirurgie. Zunächst erfolgte eine ca. 75 prozentige Blasenteilresektion, gefolgt von der operativen Versorgung der Bauchwandhernie mittels Netzimplantation und plastischen Bauchwandverschluss mit Nabelresektion.
Schlussfolgerung: Die Kombination aus massiver chronischer Harnretention und extrabdomineller Blasenhernierung bei großer Bauchwandhernie ist selten und erfordert eine sorgfältige präoperative Diagnostik sowie ein strukturiertes, interdisziplinäres operatives Vorgehen. Eine enge Kooperation zwischen Urologie und Viszeralchirurgie war hier entscheidend für ein komplikationsarmes Management.



