66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Holmium-Laser-Enukleation der Prostata mit oder ohne MOSES-Pulsmodulation: eine prospektiv randomisierte Nicht-Unterlegenheitsstudie
Text
Einleitung: Die endoskopische Enukleation der Prostata mittels Laser (LEP) stellt den Goldstandard zur größenunabhängigen operativen Therapie der benignen Prostatahyperplasie dar. Mit der MOSES-Technologie steht für den zumeist genutzten Holmium-Laser eine neuartige Pulsmodulation zur Verfügung, die Vorteile hinsichtlich Operationszeiten und Sicherheitsprofil zeigen konnte. Eine prospektiv randomisierte Evidenz zur Nicht-Unterlegenheit hinsichtlich der Symptomreduktion liegt bislang nicht vor.
Methode: Es erfolgte eine prospektive, stratifizierte Randomisierung in die Arme „HoLEP“ oder „HoLEP mit MOSES-Pulsmodulation“ (MoLEP). Hauptzielgröße war die Nicht-Unterlegenheit bezüglich der Symptomreduktion nach 3 Monaten, erfasst per IPSS. OP-Zeiten, Komplikationen und weitere funktionelle Ergebnisse wurden deskriptiv ausgewertet.
Ergebnisse: Der MoLEP-Gruppe wurden 61 Patienten (47%) und der HoLEP-Gruppe 69 Patienten (53%) zugeteilt. Präoperative Charakteristika zeigten keine signifikanten Unterschiede. Im Nicht-Unterlegenheits-Test bezüglich dem IPSS nach 3 Monaten erwies sich die MoLEP als nicht unterlegen zur HoLEP (median: 7 vs. 7 Punkte, mediane Reduktion: 10 vs. 10 Punkte; p=0,019).
Insgesamt ergaben sich gleich gute funktionelle Ergebnisse, unter anderem für Flow (18 ml/s), Restharn (40 ml) und QoL (1 Punkt), zwischen MoLEP und HoLEP. Die MoLEP (54 min) zeigte eine signifikant kürzere Gesamtoperationsdauer als die HoLEP (66 min; p=0,048), zugrunde lagen eine kürzere Enukleationszeit (33 vs. 37 min) und Laser-Blutstillungszeit (7 vs. 8 min) bei gleicher Morcellationszeit. Es zeigten sich gleiche niedrige Raten für Revisionen (2,3%) und Major-Komplikationen nach Clavien-Dindo (3,1%), jedoch signifikante Vorteile für die MoLEP bezüglich der Rate von intraoperativen Komplikationen (1,6% vs. 12%) und prolongierter Blasenspülung oder manuellen Tamponadenevakuationen (1,6% vs. 13%).
Schlussfolgerung: Die MoLEP zeigt sich in dieser prospektiv randomisierten Studie nicht unterlegen gegenüber der HoLEP hinsichtlich der Symptomreduktion, erfasst per IPSS. In den explorativen Analysen zeigten sich Hinweise auf Vorteile hinsichtlich Operationsdauer und perioperativer Sicherheit.



