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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Raten und Prädiktoren von unerwünschten Ereignissen nach Laserenukleation der Prostata

Maximilian Filzmayer - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
M. Traumann - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
M. Müller - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
C. Humke - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
M. Wenzel - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
P. Mandel - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
L. Kluth - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland; Asklepios Paulinenklinik, Klinik für Urologie, Wiesbaden, Deutschland
A. Becker - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland; Urologisches Zentrum am Boxberg, Neunkirchen, Deutschland
F. Chun - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
M. Kosiba - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Einleitung: Die Laserenukleation der Prostata (LEP) ist ein etabliertes, volumenunabhängig einsetzbares Verfahren zur operativen Behandlung von LUTS infolge einer benignen Prostatahyperplasie. Daten zu unerwünschten Ereignissen nach LEP sind jedoch limitiert. Ziel der vorliegenden Studie war die Analyse von perioperativen Komplikationen sowie persistierender Inkontinenz und Reinterventionen innerhalb von 24 Monaten nach LEP.

Methode: In einer retrospektiven Analyse einer prospektiv geführten Datenbank wurden 1.017 Patienten eingeschlossen, die zwischen 11/17 und 05/23 eine LEP erhielten und über ein vollständiges 24-monatiges Follow-up verfügten. Zur Identifikation präoperativer Prädiktoren für unerwünschte Ereignisse wurden multivariable logistische Regressionsanalysen durchgeführt.

Ergebnisse: Höhergradige Komplikationen (Clavien–Dindo ≥III) waren selten (n=80; 8%) und betrafen überwiegend postoperative Blutstillungen (n=58). Die Mehrheit der perioperativen Komplikationen war geringgradig (Clavien–Dindo I–II, n=143), insgesamt kam es zu 283 (28%) unerwünschten Ereignissen. Spätkomplikationen wie interventionspflichtige Harnröhrenstrikturen, Blasenhalssklerosen oder Re-Deobstruktionen wurden bei 23 (2%) Patienten beobachtet. Eine persistierende de-novo-Inkontinenz trat bei 22 Patienten (2%) auf.

Ein ASA-Status ≥III war ein unabhängiger Prädiktor für jegliche unerwünschten Ereignisse, perioperative Komplikationen, persistierende Inkontinenz und Reinterventionen. Eine präoperative Inkontinenz stellte den stärksten Prädiktor für eine persistierende Inkontinenz dar. Zudem waren Prostatavolumina ≥80 ml unabhängig mit Reinterventionen assoziiert, insbesondere mit Blutstillungen.

Schlussfolgerung: Die LEP weist über 24 Monate eine insgesamt akzeptable Morbidität mit überwiegend geringgradigen Komplikationen auf. Reinterventionen betreffen vor allem frühe postoperative Blutungskomplikationen, während relevante Spätkomplikationen selten sind. Komorbide Patienten, präoperativ inkontinente Patienten sowie Patienten mit Prostatavolumina ≥80ml weisen ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse auf.