66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
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Laserenukleation der Prostata mit Thulium-Faserlaser oder Holmium-Laser: 24-Monats-Ergebnisse einer prospektiv randomisierten Nichtunterlegenheitsstudie
Text
Einleitung: Die Laserenukleation der Prostata (LEP) ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung von LUTS (lower urinary tract symptoms) infolge einer benignen Prostatahyperplasie und unabhängig vom Prostatavolumen einsetzbar. Neben dem etablierten Holmium-Laser (HoLEP) stellt der Thulium-Faserlaser (ThuFLEP) eine neuere Energiequelle mit abweichenden Gewebeinteraktionen dar. Kurzfristige Daten zeigten vergleichbare funktionelle Ergebnisse, belastbare Langzeitdaten sind bislang aber limitiert. Ziel dieser 24-Monats-Nachbeobachtung einer prospektiv randomisierten Studie war der langfristige Vergleich beider Verfahren mit Fokus auf patientenberichtete Endpunkte.
Methode: In einer monozentrischen, prospektiv randomisierten Nichtunterlegenheitsstudie wurden 150 Patienten (ThuFLEP n = 74; HoLEP n = 76) eingeschlossen. Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach Alter, IPSS, Prostatavolumen und Katheterstatus. Primärer Endpunkt im initialen Studiendesign war die Nichtunterlegenheit von ThuFLEP hinsichtlich Reduktion von IPSS und QoL nach 3 Monaten. Dieser Endpunkt wird gemäß Studienprotokoll nach 24 Monaten nun erneut geprüft. Sekundäre Endpunkte umfassten Kontinenz (ICIQ-SF, Vorlagengebrauch), Reduktion der LUTS-Medikation, späte unerwünschte Ereignisse sowie erektile und ejakulatorische Funktion. Die Datenerhebung erfolgte präoperativ sowie nach 1, 3, 12 und 24 Monaten.
Ergebnisse: Nach 24 Monaten wurde die Nichtunterlegenheit von ThuFLEP gegenüber HoLEP bestätigt (IPSS p = 0,03; QoL p = 0,03). Der mediane IPSS verbesserte sich von 21 auf 3 in der ThuFLEP-Gruppe und von 20 auf 4 in der HoLEP-Gruppe. Die QoL stieg in beiden Gruppen von 4 auf 1 Punkt.
Die Kontinenzrate stieg von 74% präoperativ auf 90% nach 24 Monaten. Der Vorlagengebrauch nahm von 90% auf 25% ab und der mediane ICIQ-SF sank von 5 auf 3 Punkte. De-novo-Inkontinenz war selten (3,3%). Der Gebrauch von LUTS-Medikation reduzierte sich von 89% präoperativ auf 8% nach 24 Monaten.
Die erektile Funktion verbesserte sich moderat (medianer IIEF-5: 10 auf 16 Punkte). Die ejakulatorische Funktion nahm ab (medianer MSHQ-EjD-SF main: 7 auf 2 Punkte), das ejakulationsassoziierte Beschwerdeausmaß blieb jedoch stabil (medianer MSHQ-EjD-SF bother: 2 Punkte).
In keinem der untersuchten patientenberichteten Funktionsparameter konnten zu irgendeinem Follow-up-Zeitpunkt signifikante Unterschiede zwischen ThuFLEP und HoLEP nachgewiesen werden.
Drei späte Komplikationen (2 Harnröhrenstrikturen, 1 Blasenhalsstenose) traten ausschließlich nach ThuFLEP auf, ebenfalls ohne statistische Signifikanz.
Schlussfolgerung: ThuFLEP ist HoLEP hinsichtlich patientenberichteter funktioneller Ergebnisse auch nach 24 Monaten nicht unterlegen. Beide Verfahren zeigen zudem vergleichbare Sicherheit, Reduktion der LUTS-Medikation sowie sexuelle Funktionsverläufe und stellen effektive, dauerhafte chirurgische Optionen bei benigner Prostataobstruktion dar.



