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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Vergleich von Basischarakteristika und onkologischen Outcomes bei metastasiertem hormon-sensitiven Prostatakarzinom in Japan und Deutschland

M. Wenzel - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
Maximilian Filzmayer - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
F. Urabe - The Jikei University School of Medicine, Department of Urology, Tokyo, Japan; National Cancer Research Institute, Laboratory of Integrative Oncology, Tokyo, Japan
K. Miyajima - The Jikei University School of Medicine, Department of Urology, Tokyo, Japan; National Cancer Research Institute, Laboratory of Integrative Oncology, Tokyo, Japan
F. Chun - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
P. Mandel - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland

Text

Einleitung: Unterschiede in Tumorbiologie und Behandlungsstrukturen zwischen Populationen können zu variierenden onkologischen Outcomes führen. Ziel dieser Analyse war der Vergleich von Ausgangscharakteristika und onkologischen Ergebnissen bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) in Japan und Deutschland.

Methode: In einer gepoolten Analyse wurden 1.281 Männern mit mHSPC aus Japan (YAYOI Datenbank, n=640) und Deutschland (FRAMCAP Datenbank, n=641) mit identischen Einschlusskriterien untersucht. Multivariable Cox-Regressionen wurden zur Analyse der Zeit bis zur Kastrationsresistenz (ttCRPC) und des Gesamtüberlebens (OS) durchgeführt.

Ergebnisse: Patienten in Japan waren im Median älter (73 vs 70 Jahre) und präsentierten sich mit höherem PSA bei Diagnose (260 vs 41 ng/ml) sowie mit höheren Anteilen an de-novo-Metastasierung (95 vs 72%), hoher Tumorlast (78 vs 52%) und viszeralen Metastasen (16 vs 7%).

Zusätzlich zur Androgendeprivationstherapie wurde in Japan häufiger ein Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ADT+ARPI, 76 vs 72%) oder ARPI+Docetaxel (17 vs 10%) eingesetzt, während eine Kombination mit Docetaxel allein niedriger war (7 vs 18%).

Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 23 vs. 24 Monate (Japan vs Deutschland). Die mediane ttCRPC lag bei 38 vs. 23 Monaten und das mediane OS lag bei 80 vs. 51 Monaten (Japan vs Deutschland). Nach Adjustierung für relevante Einflussfaktoren blieb Japan gegenüber Deutschland ein unabhängiger Prädiktor für besseres OS (HR 0.54, p<0.001) und kürzere ttCRPC (HR 0.53, p<0.001).

Schlussfolgerung: Trotz ungünstigerer Ausgangscharakteristika in Japan zeigten sich eine längere ttCRPC und ein besseres OS im Vergleich zu Deutschland. Neben möglichen biologischen Unterschieden sind hier auch Unterschiede in Therapiestrategien und Versorgungsstrukturen zu berücksichtigen.