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188th Meeting of the Ophthalmologists of the Rhineland and Westfalia

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

5-Jahresanalyse des Versorgungsmodells „Portal“ – Untersuchung der Ergebnisqualität der IVOM-Therapie bei retinalem Venenverschluss

Philipp Altrogge - Münster
K. Rothaus - Münster
L. Spickermann - Münster
B. Heimes-Bussmann - Münster
P. Mussinghoff - Münster
G. Spital - Münster
H. Faatz - Münster; Essen
C. Lange - Münster; Freiburg
A. Lommatzsch - Münster; Essen

Text

Fragestellung: Das Makulaödem infolge eines retinalen Venenverschlusses (RVO) bleibt trotz etablierter intravitrealer Injektionstherapie (IVOM) eine therapeutische Herausforderung, insbesondere im Hinblick auf die langfristige Adhärenz und die Einhaltung der erforderlichen Kontrollintervalle. Ziel der vorliegenden Studie ist die Evaluation einer telemedizinischen Kooperationsstruktur (ptK) zur Unterstützung der IVOM-Therapie bei Patienten mit Makulaödem aufgrund eines retinalen Venenverschlusses über einen Beobachtungszeitraum von 5 Jahren. Die Analyse umfasst die folgenden vier Qualitätsindikatoren: a) Latenzzeiten innerhalb der Behandlungs- und Kontrollzyklen, b) Therapiefrequenzen, c) Adhärenz sowie d) funktionelles Ergebnis.

Methode: Die Diagnosestellung sowie die Therapieentscheidung erfolgten im Injektionszentrum (IZ), wo auch die OCT-Kontrollaufnahmen der kooperierenden Augenärzte ausgewertet wurden. Die Koordination der erforderlichen IVOM-Behandlungen wurde direkt im IZ geplant. Insgesamt wurden 543 Patienten mit einem behandlungsbedürftigen Makulaödem infolge eines RVO in die telemedizinische Kooperation (ptK) eingeschlossen. Bei 560 Patienten war die Upload-Phase abgeschlossen und bildete somit das Gesamtkollektiv. Die Datensätze wurden aus dem Portal exportiert und mithilfe von R (Version 4.3.3) statistisch ausgewertet. Insgesamt konnten 7.965 Verlaufskontrollen (durchschnittlich 14,7 pro Patient) und 8.463 Injektionen (durchschnittlich 15,5 pro Patient) dokumentiert werden. Die mittlere Beobachtungszeit betrug 30 Monate. Für die longitudinale Auswertung wurden 495 Fälle aus dem Untersuchungsdatensatz berücksichtigt, die vor 2020 ohne vorherige IVOM-Therapie in die Studie eingeschlossen wurden.

Ergebnisse: Die Auswertung der Latenzzeiten basierte auf dem Gesamtkollektiv von 560 Patienten. Im Mittel vergingen 3,0 Tage zwischen der OCT-Verlaufskontrolle beim kooperienden Augenarzt und der Befundung im IZ. (Befundungslatenz). Der durchschnittliche Zeitraum von der OCT-Kontrolle bis zur darauffolgenden IVOM betrug 11,2 Tage. Die nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht der Frequenzen von Kontroll- und Behandlungsmaßnahmen.

Behandlungsjahr: IVOM Kontrolle 1. Jahr 6,3 5,3 2. Jahr 4,25,1 3. Jahr 4,95,3 4.Jahr 4,25,0 5.Jahr 4,24,9

Zu Studienbeginn (erste dokumentierte IVOM) lag der mittlere Visus bei 0,60 LogMAR und verbesserte sich nach fünf Jahren auf 0,48 LogMAR. Die Untersuchung der Therapieabbrüche im Gesamtkollektiv zeigte, dass 84 Fälle (15,0%) aus medizinischen Gründen beendet wurden. Für 41 Fälle (7,3%) wurde kein eindeutiger Grund dokumentiert, während 53 Fälle (9,5%) unter sonstige Gründe fielen. Für 79 Patienten (14,1%) standen keine auswertbaren Angaben zur Verfügung. Ein stabiler Befund konnte bei 138 Personen (24,6%) dokumentiert werden, während 165 Patienten (29,5%) zum Zeitpunkt der Datenauswertung weiterhin in aktiver Behandlung waren.

Schlussfolgerung: Die Auswertung belegt, dass eine konsequent durchgeführte IVOM-Therapie im Rahmen der ptK zu einer signifikanten Verbesserung oder Stabilisierung des Visus führt.