188th Meeting of the Ophthalmologists of the Rhineland and Westfalia
188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
Behandlung persistierender Makulaforamina durch temporäre Silikonöltamponade – Ergebnisse einer multizentrischen Analyse
Text
Ziel: Persistierende Makulaforamina nach primärer Pars-plana-Vitrektomie (PPV) mit innerem Grenzmembran-(ILM)-Peeling und Gastamponade stellen weiterhin eine therapeutische Herausforderung dar. In der Literatur werden verschiedene chirurgische Ansätze zur sekundären Verschlussbehandlung beschrieben. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Wirksamkeit einer temporären Silikonöltamponade als therapeutische Option bei persistierenden Makulaforamina zu evaluieren und die funktionellen sowie anatomischen Ergebnisse in einer großen multizentrischen Patientenkohorte zu analysieren.
Methode: Im Rahmen einer retrospektiven, multizentrischen Analyse aus fünf deutschen universitären Augenkliniken wurden Patienten eingeschlossen, bei denen nach primärer PPV mit ILM-Peeling und intraoperativer Gastamponade ein persistierendes Makulaforamen bestand und die anschließend mittels temporärer Silikonöltamponade behandelt wurden. Die morphologische Beurteilung erfolgte mittels optischer Kohärenztomographie (OCT), einschließlich Messung des minimalen linearen Durchmessers (MLD). Analysiert wurden die Verschlussrate nach Silikonölentfernung sowie Veränderungen der bestkorrigierten Sehschärfe (BCVA).
Ergebnis: Insgesamt wurden 107 Augen von 107 Patienten eingeschlossen. Die mediane Verweildauer der Silikonöltamponade betrug 16,0 Wochen (IQR 12,0–22,0). Ein erfolgreicher Verschluss des Makulaforamens (flach/geschlossen) wurde in 91,6% der Fälle erreicht. Die mediane BCVA verbesserte sich signifikant von 1,00 logMAR (IQR 0,70–1,00) auf 0,70 logMAR (IQR 0,49–1,00; p<0,001). Der mittlere präoperative MLD betrug 458,9±180,7 μm. Patienten ohne erfolgreichen Verschluss wiesen einen signifikant größeren MLD auf (595,6±241,0 μm) als Patienten mit erfolgreichem Verschluss (449,4±183,4 μm; p=0,029).
Schlussfolgerung: Die temporäre Anwendung einer konventionellen Silikonöltamponade bei persistierenden Makulaforamina ermöglicht ohne zusätzliche retinale Manipulation oder spezielle postoperative Lagerung in den meisten Fällen einen erfolgreichen anatomischen Verschluss und eine signifikante funktionelle Verbesserung. Die anatomische Erfolgsrate nimmt mit zunehmender Größe des Makulaforamens ab.



