99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte
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Amnionmembrantransplantation bei Hornhautperforation
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Hintergrund: Die Amnionmembrantransplantation (AMT) ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung unterschiedlicher Hornhauterkrankungen und kann bei ausgewählten kleinen Hornhautperforationen einen tektonischen Verschluss ermöglichen. Dadurch kann eine Keratoplastik à chaud im akut entzündeten Auge gegebenenfalls vermieden oder auf einen späteren elektiven Zeitpunkt verschoben werden. Anhand eines klinischen Falls untersuchen wir die Wirksamkeit einer mehrschichtigen AMT bei einer parazentralen Hornhautperforation.
Methoden: Bei einem Patienten mit neurotrophem Hornhautulkus, einer ca. 1,5 mm großen parazentralen Perforation, Irisinkarzeration und abgeflachter Vorderkammer erfolgte eine mehrschichtige AMT in Anlehnung an etablierte Inlay- und Multilayer-Techniken. Ein Stück trockener Amnionmembran wurde als Inlay mit 10-0-Nylon-Einzelknüpfnähten fixiert und durch eine dreilagige Amnionmembran abgedeckt. Die inkarzerierte Iris wurde über eine Parazentese reponiert und die Vorderkammer mittels Luftfüllung wiederhergestellt. Abschließend wurde eine Verbandkontaktlinse eingesetzt. Fibrinkleber kam nicht zum Einsatz. Im postoperativen Verlauf wurden Hornhautverschluss, Vorderkammertiefe, Reperforation und die Notwendigkeit einer Keratoplastik dokumentiert.
Ergebnisse: Postoperativ zeigte sich ein dichter Verschluss der Hornhautperforation. Nach Reposition der Iris und Luftfüllung konnte die präoperativ abgeflachte Vorderkammer stabil wiederhergestellt werden. Bei der klinischen Kontrolle nach acht Wochen war die Hornhaut weiterhin geschlossen und stabil. Eine Reperforation trat nicht auf; eine Keratoplastik war im bisherigen Verlauf nicht erforderlich.
Schlussfolgerung: Der vorgestellte Fall zeigt, dass eine mehrschichtige AMT auch bei einer etwa 1,5 mm großen parazentralen Hornhautperforation einen stabilen Verschluss ermöglichen und eine Keratoplastik zunächst vermeiden kann. Dies steht im Einklang mit publizierten Fallserien, die insbesondere bei kleineren Perforationen günstige Ergebnisse der AMT zeigen. Defektgröße, Lokalisation und zugrunde liegende Hornhauterkrankung müssen bei der Indikationsstellung gemeinsam berücksichtigt werden. Aufgrund des relevanten Reperforationsrisikos im längerfristigen Verlauf ist eine kontinuierliche Nachsorge erforderlich.



