99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte
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Aktuelles Applikationsspektrum der optischen Kohärenztomographie (iOCT) bei der vitreoretinalen Chirurgie
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Hintergrund: Die intraoperative optische Kohärenztomographie (iOCT) ermöglicht hochauflösende, querschnittliche Darstellung intraokularer Strukturen in Echtzeit. Dadurch können chirurgische Gewebemanipulationen unmittelbar beurteilt und anatomische Veränderungen während des Eingriffs visualisiert werden. Voll integrierte iOCT-Systeme, bei denen die OCT-Optik direkt in den Strahlengang des Operationsmikroskops eingebunden ist, sind bereits seit 2012 klinisch im Einsatz und haben sich in Kliniken, in denen sie verfügbar sind, als Standard in der Makulachirurgie etabliert. Neben Anwendungen bei Netzhautablösungen, Makulachirurgie und subretinalen Injektionen eröffnet iOCT auch neue Möglichkeiten bei der Tumorchirurgie, Gentherapie und der Implantation retinaler Prothesen. Trotz dieser Vorteile bestehen Limitationen, insbesondere hinsichtlich Signalqualität, begrenztem Gesichtsfeld, Bewegungsartefakten und Signalabschattungen durch konventionelle vitreoretinale Instrumente (VRI). Diese Arbeit umfasst den aktuellen klinischen Nutzen sowie technologische Weiterentwicklungen der iOCT in der vitreoretinalen Chirurgie zusammenzufassen und insbesondere Strategien zur Reduktion instrumentenbedingter Signalabschattungen zu untersuchen.
Methoden: Es erfolgte eine narrative Zusammenfassung der aktuellen Literatur zur Anwendung und technologischen Weiterentwicklung der iOCT in der vitreoretinalen Chirurgie. Wir stellen Beispiele der Anwendung von iOCT in der Netzhautchirurgie vor. Berücksichtigt wurden klinische Einsatzgebiete, technische Limitationen sowie aktuelle Entwicklungen in der Bildgebung, Instrumentierung, künstlichen Intelligenz, robotergestützten Chirurgie, sowie die Entwicklung iOCT-kompatibler VRI mit optimierter Signaltransmission.
Ergebnisse: iOCT ermöglicht eine unmittelbare Beurteilung retinaler Strukturen und intraoperativer Gewebeveränderungen und kann dadurch die Präzision verschiedener vitreoretinaler Eingriffe verbessern. Besonders relevant ist die Anwendung bei der Membranpeeling, der Versorgung von Makulalöchern, der Behandlung von Netzhautablösungen und bei subretinalen Injektionen. Gleichzeitig begrenzen ein kleines Gesichtsfeld, eingeschränkte Penetrationstiefe, Bewegungsartefakte und insbesondere instrumentenbedingte Signalabschattungen die klinische Anwendbarkeit. Die Entwicklung iOCT-kompatibler VRI mit strategisch positionierten Schlitzen ermöglicht eine verbesserte Durchlässigkeit des OCT-Signals und damit eine deutlich bessere Darstellung des darunterliegenden Gewebes.
Schlussfolgerung: iOCT stellt eine wichtige technologische Erweiterung der vitreoretinalen Chirurgie dar und ermöglicht eine zusätzliche, objektive Ebene der intraoperativen Gewebedarstellung. Zukünftige Entwicklungen sollten die Integration optimierter Instrumente mit erweiterten OCT-Feldern, automatisierter Bildführung, künstlicher Intelligenz und robotergestützten Systemen kombinieren. Die klinische Validierung dieser Technologien ist erforderlich, um ihren tatsächlichen Einfluss auf chirurgische Präzision, Sicherheit und Behandlungsergebnisse zu bestimmen.



