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99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte


31.10.2026
Fulda

Meeting Abstract

Das vermeintliche Makulaforamen

Ahmed Wassim Ghedir - Ludwigshafen
L.-O. Hattenbach - Ludwigshafen

Text

Hintergrund: Die Optic-Pit-Makulopathie ist eine seltene Komplikation einer kongenitalen Grubenpapille und kann mit Makulaschisis, fovealer Abhebung und subretinaler Flüssigkeit einhergehen. Aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes ist eine Verwechslung mit einem Makulaforamen oder zystoiden Makulaödem möglich. Die OCT-Diagnostik ist für die Differenzierung und Verlaufskontrolle von entscheidender Bedeutung.

Fallbeschreibung: Ein Patient mit bekanntem Glaukom stellte sich bei progredienter Sehverschlechterung des linken Auges und externem Verdacht auf ein Makulaforamen vor. Initial zeigte sich links ein Visus von 0,5. Im OCT fand sich eine ausgeprägte Foveoschisis mit Abhebung der fovealen Anteile und subretinaler Flüssigkeit (CRT 705 µm). Die Fluoreszenzangiographie zeigte keine Leckagen. Im weiteren Verlauf wurde ein Optic Pit bei ausgeprägter glaukomatöser Papillenexkavation diagnostiziert. Unter einer Therapie mit Azetazolamid kam es zu einer weiteren Zunahme der Makulaschisis (CRT 811 µm) bei Visusabfall auf 0,25. Aufgrund der Progression und des fehlenden Ansprechens auf die konservative Therapie erfolgte eine 25-Gauge-Vitrektomie mit Peeling der ILM und ILM-Flap, Endolaser und SF6-Tamponade. Intraoperativ zeigte sich eine außergewöhnlich fest anheftende hintere Glaskörpergrenzmembran mit ausgeprägter vitreoretinaler Traktion. Postoperativ wurde eine deutliche Rückbildung der Foveoschisis mit Visuserholung auf 0,4 im unmittelbar postoperativen Verlauf.

Schlussfolgerung: Der Fall verdeutlicht die diagnostische Herausforderung einer Optic-Pit-Makulopathie mit Makulaschisis bei klinischem Verdacht auf ein Makulaforamen. Eine sorgfältige OCT-Analyse und die Beurteilung der Papillenmorphologie sind entscheidend für die korrekte Diagnosestellung. Bei progredientem Verlauf und ausgeprägter vitreoretinaler Traktion kann eine operative Therapie zu einer deutlichen anatomischen und funktionellen Verbesserung führen.