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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Klinische Charakteristika von VEXAS: Fallserie aus der LMU München

Carolin Kellersmann - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Torben Sonneck - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Fabian T. H. Ullrich - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Christina Gebhardt - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Delila Singh - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Didzis Gailis - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Matthias Thaler - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Alla Skapenko - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland
Hendrik Schulze-Koops - LMU München, Sektion für Rheumatologie und Klinische Immunologie, München, Deutschland

Text

Einleitung: Das VEXAS (Vakuolen, E1, X-chromosomal, autoinflammatorisch, somatisch) -Syndrom stellt eine durch somatische Mutationen des UBA1-Gens getriebene Erkrankung mit weitreichender hämatologischer, dermatologischer und rheumatologischer Symptomatik dar, welche vorwiegend Männer über 50 Jahre betrifft.

Methoden: Ziel dieser Arbeit ist die Charakterisierung der in der Rheumatologie des LMU Klinikum Münchens behandelten VEXAS-Fälle und die Erarbeitung daraus resultierender weiterführender Fragestellungen. Die Beschreibung umfasst zum Verfassungszeitpunkt fünf männliche Patienten mit gesicherter UBA1-Mutation. Neben den fünf sicher diagnostizierten Patienten umfasst die Fallserie einen Patienten mit Polychrondritis und MDS-SF3B1, jedoch aktuell ausstehender Genetik.

Ergebnisse: Das Erstdiagnosedatum als Zeitpunkt des Mutationsnachweises lag zwischen 07/2023 und 12/2025. Das mediane Alter bei Erstdiagnose betrug 67 Jahre. Der Zeitraum zwischen Erstmanifestation und Diagnosestellung lag im Median bei 11 Monaten (Spanne 4–109 Monate). Die initialen Verdachtsdiagnosen umfassten unter anderem ein Sweet-Syndrom, einen Morbus Still und eine hämophagozytische Lymphohistiozytose. Drei der fünf Patienten zeigten Hautmanifestationen etwa in Form makulopapulöser Exantheme. Alle Patienten wiesen muskuloskelettale Beschwerden auf. Vier Patienten beschrieben eine B-Symptomatik. Thromboembolische Ereignisse traten bei drei von fünf Patienten auf. Weiterhin fanden sich kardiopulmonale, vaskuläre sowie neurologische und okuläre Symptome. Hämatologisch wiesen alle Patienten eine Anämie auf, drei Patienten eine Bi- sowie ein Patient eine Trizytopenie. Bei drei Patienten war die Variant Allele Frequency (VAF) der UBA1 Mutation aus Knochenmark oder peripherem Blut bekannt und lag zwischen 15% und 70%. Ein Patient wies zusätzliche Mutationen im Knochenmarkbiopsat auf (ASXL1, U2AF1, ETNK1). Zytoplasmatische Vakuolen in myeloiden oder erythropoetischen Vorläuferzellen konnten bei einem Patienten sicher nachgewiesen werden. Bei zwei Patienten war der Befund der Knochenmarkspunktion mit einem myelodysplastischen Syndrom vereinbar, jeweils ohne erhöhten Blastenanteil. Zytogenetisch wurde bei einem Patienten ein Verlust des Y-Chromosoms in hämatopoetischen Zellen des Knochenmarks nachgewiesen. Alle Patienten entwickelten im Verlauf eine Transfusionspflichtigkeit für Erythrozytenkonzentrate. Drei Patienten mussten seit Erstdiagnose intensivmedizinisch behandelt werden. Therapeutisch erhielten alle Patienten Glucocorticoide. Weitere Therapiestrategien umfassten IL1-Blockade, Tocilizumab, Rituximab, Jak-Inhibitoren, Luspatercept, Erythropoetin und Azacitidin.

Schlussfolgerung: Weiterführende Fragestellungen umfassen die Differenzierung zwischen VEXAS-Aktivität und häufig vorhandenen zahlreichen Komorbiditäten, die Kriterienentwicklung für ein Therapieansprechen insbesondere inflammatorischer Komponenten auch angesichts der nicht-Verwertbarkeit des CRP-Wertes unter IL-6 Blockade sowie die Rolle von Co-Mutationen, VAF und zytogenetischen Alterationen.

Offenlegungserklärung: Keine Interessenskonflikte.