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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Fraktur-Endoprothetik bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen – Teil 1: Schultergelenk

Ralph Gaulke - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Unfallchirurgie, Sektion Obere Extremität, Fuß- und Rheumachirurgie, Hannover, Deutschland; AMEOS Klinikum Halberstadt, Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumachirurgie, Halberstadt, Deutschland

Text

Einleitung: Bei einer Zerstörung der Gelenkfläche (head split-Fraktur) wird der Endoprothese der Vorzug gegenüber der Osteosynthese bei Patienten über 60 Jahren gegeben. Patienten mit einer begleitenden, in der Regel vorbestehenden, Arthritis sind hierin nicht berücksichtigt. Unter welchen Umständen können Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen mit Frakturen des proximalen Humerus von einer primären endoprothetischen Versorgung profitieren?

Ergebnisse: Im Falle einer vorbestehenden Arthritis mit Schmerzen im Schultergelenk besteht die Gefahr, dass das entzündliche Synovialgewebe (Pannus) durch die Frakturspalten in den Knochen eindringen und den Knochen schädigen kann. Bei entzündungsfreien Gelenken kann die Knochenheilung wie bei der Arthrose unter konservativer Therapie abgewartet werden. Bestehen jedoch Beschwerden, so bietet die endoprothetische Versorgung, insbesondere bei Verletzungen der Gelenkfläche, die Vorteile einer schnelleren Genesung. Im Gegensatz zur Arthrose sollte in diesem Falle immer eine totale Synovialektomie des Schultergelenkes erfolgen, da eine fortbestehende Synovialitis zu einer vorzeitigen Prothesenlockerung führen kann.

Welche Endoprothesen sind für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen geeignet? Dies hängt sowohl von der Qualität des Knochens, als auch der Rotatorenmanschette ab. Bei intakter Rotatorenmanschette und guter Knochenqualität (keine schwere Osteoporose) kann die Versorgung mit einer schaftfreien Prothese erfolgen. Ist der Knochen intraoperativ mit dem Daumen eindrückbar, so besteht eine schwere Osteoporose, welche eine sichere Verankerung einer schaftfreien Prothese verhindert. In diesem Falle sollten Prothesen mit einem Schaft verwendet werden. Bei kräftiger Kortikalis kann diese Verankerung zementfrei erfolgen. Bei sehr dünner Kortikalis sollte zementiert werden. Bei intakter Rotatorenmanschette kann eine anatomische Prothese implantiert werden. Bei Ausdünnung oder Defekten der Rotatorenmanschette sollte einer inversen Prothese der Vorzug gegeben werden. Zu beachten ist hierbei, dass es durch den vermehrten Zug am Ursprung des Deltamuskels bei fortgeschrittener Osteoporose zu Spontanfrakturen des Akromions kommen kann.

Schlussfolgerung: Bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollte bei schmerzhaften Frakturen des proximalen Humerus, welche die Gelenkfläche einbeziehen, primär eine inverse oder anatomische Schulterprothese implantiert werden. Der Zustand der Rotatorenmanschette ist hierbei entscheidend für die Wahl des Implantates. Gegensatz zur arthrotischen Schulter ist die totale Synovialektomie für das Ergebnis, und hier insbesondere die Schmerzbefreiung und die Standzeit der Prothese von entscheidender Bedeutung.

Offenlegungserklärung: Keine Disclosures