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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

AgAIN: Überlegene Wirksamkeit von Secukinumab gegenüber Ustekinumab bei TNFα-Inhibitor-vorbehandelten Patienten mit Psoriasis-Arthritis – Fokus auf die muskuloskelettale Domäne

Frank Behrens - Goethe-Universität, Abteilung Rheumatologie, Frankfurt am Main, Deutschland; Fraunhofer Cluster of Excellence Immune-Mediated Diseases, Frankfurt am Main, Deutschland; Fraunhofer-Institut Für Translationale Medizin Und Pharmakologie Itmp, Frankfurt am Main, Deutschland
Florian Schuch - Internistische Praxisgemeinschaft Rheumatologie Nephrologie, Erlangen, Deutschland; Internistische Praxisgemeinschaft Rheumatologie Nephrologie, Erlangen, Deutschland
Martin Aringer - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Andreas Schwarting - Universitätsklinikum Mainz, Mainz, Deutschland
Gerd-Rüdiger Burmester - Charité – Universitätsklinikum Berlin, Berlin, Deutschland
Stephanie Lefevre - Novartis Pharma, Nürnberg, Deutschland
Berenice Rösler - Novartis Pharma, Nürnberg, Deutschland

Text

Einleitung: Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA) und unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber TNFi haben hohen Bedarf an wirksamen Therapieoptionen. Die AgAIN-Studie (NCT04632927) vergleicht hier direkt Secukimumab (SEC) und Ustekinumab (UST) und analysiert muskuloskelettale und dermatologische Domänen sowie PROs. Ziel war die Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von SEC versus UST sowie des muskuloskelettalen Ansprechens in Subgruppen.

Methoden: AgAIN ist eine 28-wöchige, randomisierte, doppelblinde, aktiv-kontrollierte, multizentrische Studie. Die Studie wurde erfolgreich abgeschlossen, die Rekrutierung jedoch aufgrund erheblicher Schwierigkeiten vorzeitig abgebrochen. Dies ermöglichte einen deskriptiven Vergleich von Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten. 119 PsA-Patienten mit unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber TNFi wurden auf SEC oder UST randomisiert (SEC/UST: 56/63 Patienten; Abbildung 1 [Abb. 1]). Der primäre Endpunkt – HAQ-DI©-Ansprechen in Woche 28 – wurde mithilfe eines multiplen logistischen Regressionsmodells bewertet und anhand von Odds Ratios und zugehörigen Konfidenzintervallen verglichen.

Abbildung 1: Studien-Design: deskriptive Analyse der vergleichenden Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnisse

Ergebnisse: SEC zeigte einen numerischen Vorteil im HAQ-DI©-Ansprechen (57,1%) gegenüber UST (27,0%). Die anhand des Leeds-Enthesitis-Index (LEI) bewerteten muskuloskelettalen Domänen zeigten Verbesserungen unter SEC. 100% der mit SEC und 96% der mit UST behandelten Patienten mit LEI = 0 zu Studienbeginn behielten diesen Status bei; Patienten mit LEI > 0 zu Studienbeginn erreichten zu Woche 28 häufiger unter SEC LEI = 0 als unter UST (75,7% vs. 42,8%). Ähnliche Ergebnisse wurden für Daktylitis beobachtet.

Die Dauer der PsA war vergleichbar (SEC: 5,7 Jahre; 9,2±10,4; UST: 5,0 Jahre; 8,7±8,7), ebenso die Anzahl geschwollener/schmerzempfindlicher Gelenke zu Studienbeginn (SEC: 14,2±11/7,6±6,2, UST: 14,5±12/7,3±5,9). Baseline-Charakteristika waren gleichmäßig verteilt; der Anteil weiblicher Patientinnen überwog (67,2%). Die Gesamtstudienpopulation zeigte unter SEC numerisch günstigere Ergebnisse bei Gelenk- und Hautendpunkten sowie PROs. Ein Behandlungsabbruch war unter UST (25,4%) häufiger (SEC: 3,6%). Das Sicherheitsprofil entsprach bisherigen Erkenntnissen.

Schlussfolgerung: AgAIN ist die erste direkte Vergleichsstudie von SEC und UST bei TNFi-erfahrenen PsA-Patienten und zeigt eine numerisch bessere Wirksamkeit von SEC bei etabliertem Sicherheitsprofil. Explorative muskuloskelettale Subgruppenanalysen zeigten Unterschiede zwischen den Therapien; aufgrund begrenzter Stichprobengröße und deskriptiven Charakters sind die Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren. Die Daten unterstützen SEC als therapeutische Option und unterstreichen die Bedeutung einer multidimensionalen Endpunktbewertung.

Offenlegungserklärung: FB: Zuschüsse/Forschungsunterstützung: AbbVie, Acelyrin, Affibody, Amgen, Bristol Myers Squibb, Boehringer Ingelheim, Celgene, Chugai, Galapagos, Genzyme, Gilead, GlaxoSmithKline, Janssen, Lilly, Merck, MoonLake, Novartis, Pfizer, Roche, Sandoz, Sanofi und UCB; FS: k.A.; MA: Berater und Referent für AbbVie, Johnson&Johnson, Novartis; AS: Zuschüsse/Forschungsunterstützung: GSK, Vifor, AbbVie, Galapagos, AstraZeneca, Referent: GSK, Novartis, Astra Zeneca; GRB: Berater und/oder Referent für ADVANZ, Abbvie, BMS, Lilly, Pfizer, J&J, Novartis; SL und BR: Mitarbeiter Novartis Pharma GmbH.

Tabelle 1 [Tab. 1]

Tabelle 1: Ergebnisse der primären und sekundären Endpunkte in Woche 28.