Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Mal-union nach TTC-Arthrodese unter Leflunomid bei rheumatoider Arthritis – Zufall oder medikamentöser Einfluss?
Text
Einleitung: Die tibiotalokalkaneare (TTC-)Arthrodese ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung komplexer Rückfußpathologien, insbesondere bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA). Dennoch ist die knöcherne Konsolidierung in dieser Patientengruppe durch systemische und lokale Faktoren potenziell beeinträchtigt [1], [2]. Der Einfluss konventioneller DMARDs wie Leflunomid auf die Knochenheilung ist bislang nicht abschließend geklärt.
Ergebnisse: Wir berichten über einen Patienten mit seropositiver RA unter Therapie mit Leflunomid, bei dem nach TTC-Arthrodese eine Mal-union des Fusionsareals auftrat. Trotz suffizienter operativer Technik und adäquater postoperativer Nachbehandlung zeigte sich im Verlauf eine fehlgerichtete knöcherne Konsolidierung mit klinischer Symptomatik. Das Intervall der Pausierung wurde zur Revision verlängert. Nach Revisionsoperation konnte eine Ausheilung erreicht werden.
Schlussfolgerung: Leflunomid wirkt immunmodulatorisch und beeinflusst über verschiedene Signalwege auch den Knochenstoffwechsel, insbesondere durch Hemmung der Osteoklastogenese [3]. Während diese Effekte potenziell protektiv gegenüber entzündungsbedingtem Knochenabbau sein können, besteht die theoretische Möglichkeit einer Beeinträchtigung des physiologischen Knochenremodellings im Rahmen der Arthrodesenheilung [4]. Gleichzeitig ist die Knochenheilung bei RA-Patienten grundsätzlich multifaktoriell beeinflusst, unter anderem durch systemische Inflammation, reduzierte Knochenqualität und biomechanische Faktoren [5]. Die perioperative Fortführung von Leflunomid stellt daher ein klinisches Dilemma dar, da ein mögliches Risiko für gestörte Knochenheilung einem erhöhten Risiko für Krankheitsschübe bei Absetzen gegenübersteht. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Leflunomid und gestörter knöcherner Heilung ist nicht belegt, erscheint jedoch biologisch plausibel. Bei elektiven Arthrodesen sollte die perioperative DMARD-Therapie individuell evaluiert werden. Der vorliegende Fall unterstreicht die Notwendigkeit weiterer klinischer Untersuchungen zum Einfluss von Leflunomid auf die Knochenheilung.
Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit dieser Arbeit bestehen.
References
[1] Lange U, Teichmann J, Müller-Ladner U et al. Increase in bone mineral density of patients with rheumatoid arthritis treated with anti-TNF-alpha antibody: a prospective open-label pilot study. Rheumatology (Oxford). 2005 Dec;44(12):1546-8. DOI: 10.1093/rheumatology/kei082[2] Shin YH, Shin WC, Kim JW. Effect of Osteoporosis Medication on Fracture Healing: An Evidence Based Review. J Bone Metab. 2020 Feb;27(1):15-26. DOI: 10.11005/jbm.2020.27.1.15
[3] Urushibara M, Takayanagi H, Koga T et al. The antirheumatic drug leflunomide inhibits osteoclastogenesis by interfering with receptor activator of NF-kappa B ligand-stimulated induction of nuclear factor of activated T cells c1. Arthritis Rheum. 2004 Mar;50(3):794-804. DOI: 10.1002/art.20206
[4] Huang F, Chen P, Zhang X, Wang J, Li S, Song C, Wang Q, Ding D, Lin N, Kong X, Su X. Artesunate ameliorates leflunomide low-response against bone destruction in rheumatoid arthritis via cGMP-PKG signalling. Phytomedicine. 2026 Jan;150:157713. DOI: 10.1016/j.phymed.2025.157713
[5] Hak DJ. The biology of fracture healing in osteoporosis and in the presence of anti-osteoporotic drugs. Injury. 2018 Aug;49(8):1461-1465. DOI: 10.1016/j.injury.2018.04.016



