Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Rheumatologische Komplexbehandlung: Ergebnisse aus Routinedaten
Text
Einleitung: Die Durchführung Rheumatologischer Komplexbehandlungen (RKB) erfolgt vorwiegend in internistisch rheumatologischen Abteilungen. Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) wurden 2024 10.917 RKB’s an 45 Standorten bundesweit durchgeführt, eine Aufgliederung in Länder oder Fachabteilungen war nicht möglich. Von der AOK konnte ich keine Daten erhalten. Laut ANOA e.V. (Vereinigung nichtoperativer orthopädisch/unfallchirurgischer Akutkliniken) bieten 3 ANOA-Kliniken RKB an, die Kliniken Erlabrunn gehören nicht dazu. Publikationen zu den Ergebnissen sind rar. Diese Fakten nahmen wir zum Anlass Ergebnisse aus Routinedaten der RKB Patienten unserer Klinik der Jahre 2024 und 2025 zu erstellen.
Methoden: Es wurden die Routinedaten von 251 Patienten ausgewertet. Diese umfassen außer den Basisdaten Alter,Geschlecht und Diagnose, die Erhebung des Funktionsscores (Funktionsfragebogen Hannover – FFbH), Schmerzerhebung aktiv und passiv nach der visuellen Analogskala 1–10 (VAS) und den je nach der Behandlungsdiagnose in den Leitlinien empfohlenen Aktivitässcore (z.B. bei den Diagnosen M05 und M06 SLDAI) zu Beginn und am Ende der Behandlung. Es erfolgte ein standardisiertes individuell angepasstes Behandlungsprogramm mit mindestens 750 Behandlungsminuten/Woche über 16 Tage entsprechend der Anforderungen der ICD8-983.1. Die Daten wurden einer multivarianten Regressionsanalyse unterzogen.
Ergebnisse: Es wurden 75 Männer und 176 Frauen behandelt, wobei die Männer 2 1/2 Jahre jünger waren. In den Diagnosegruppen L40 und M45 überwogen die männlichen Patienten bei sonst weiblicher Dominanz. Bei annähernder Gleichverteilung der Diagnosegruppen (M05, M06, M45, L40, Sonstige) trat ein leichter Gipfel bei M06 (29%) auf. Alle erhobenen Scores zeigten im Vergleich Beginn-Ende der Behandlung signifikante Verbesserungen. Einen sicher signifikanten Unterschied in der Verbesserung differenziert nach Männer und Frauen konnte in der multivarianten Regressionsanalyse nicht nachgewiesen werden. Die Tendenz der stärkeren Verbesserung des FFbH bei Männern ließ sich nicht signifikant nachweisen (dies war in den alleinigen Daten von 2024 noch der Fall). Deutlich altersabhängig zeigt sich die Analyse des FFbH (p<0,01) während die Verbesserung der Schmerzen in Aktivität in der Zusammenfassung der Gruppe M05, M06 und L40 die höchste Signifikanz erreichte (p<0,001).
Schlussfolgerung: Alle Patienten zeigen in allen erhobenen Analysen durch die RKB signifikante Verbesserungen. Patienten mit vorwiegend arthritischen Beschwerden profitieren am meisten bezüglich der Verbesserung des Schmerzes in Aktivität. Lediglich der FFbH zeigt eine Signifikanz zum Alter (je älter die Patienten so schlechter der Wert). International ist eine Behandlung im Sinne der RKB eher selten und nicht so routinemässig und standardisiert wie in Deutschland. Die gesetzlichen Krankenkassen beklagen eine stetige Steigerung der finanziellen Defizite und suchen nach Einsparpotentialen. Diese Arbeit weist nach, dass die RKB signifikante Verbesserungen in allen erhobenen Routinescores nach Behandlungsende erreicht.
Offenlegungserklärung: keine



