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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Kaposi-Sarkom unter Immunsuppression mit Ixekizumab und Methotrexat

Thea Thiele - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Lukas Graalmann - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Gerrit Ahrenstorf - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Torsten Witte - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Georg Behrens - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland

Text

Vorgeschichte: Bei der 82-jährigen Patientin war seit etwa 50 Jahren eine Psoriasis vulgaris bekannt, vor 15 Jahren wurde zusätzlich eine Psoriasis-Arthritis (PsA) diagnostiziert. Seit Diagnosestellung der PsA erfolgte eine Therapie mit 15 mg Methotrexat (MTX) pro Woche, die gut vertragen wurde. Bei erneutem Schub der PsA wurde vor 6 Jahren eine Therapie mit Ixekizumab ergänzt, worunter es zu einer Remission der Erkrankung kam. Zudem erhielt die Patientin 5 mg Prednisolon. Neben der PsA litt die Patientin unter einem Diabetes mellitus, einer arteriellen Hypertonie und war bei multiplen Basalzellkarzinomen und einer aktinischen Keratose in regelmäßiger dermatologischer Behandlung.

Leitsymptome bei Krankheitsmanifestation: Die Patientin stellte sich mit einer seit Monaten größenprogredienten flachen, bräunlich-lividen Hautveränderung am linken Vorfuß vor, die sich initial vom Digitus II ausgehend zunehmend ausgebreitet hatte (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Abbildung 1: Hautveränderung am linken Vorfuß

Diagnostik: Es erfolgte eine Biopsie der Läsion, hierbei ergab sich histologisch ein frühes Patch-Stadium eines Kaposi-Sarkoms mit HHV-8 positiven Endothelzellen. Im peripheren Blut war HHV-8-DNA in niedriger Replikation nachweisbar. Ein HIV-Test war negativ.

Therapie: Nach Diagnose des Kaposi-Sarkoms wurde MTX abgesetzt und Prednisolon schrittweise reduziert. Ixekizumab wurde fortgeführt. Es erfolgte eine Besprechung in einer Tumorkonferenz und aufgrund des lokalen Befundes wurde eine Strahlentherapie beschlossen.

Weiterer Verlauf: Unter der Bestrahlung kam es zu einer zunehmenden Regredienz des Kaposi-Sarkoms (Abbildung 2 [Abb. 2]), neue Läsionen traten nicht auf. Nach Reduktion von Prednisolon und Absetzen des MTX erlitt die Patientin einen Schub der Psoriasis vulgaris, die mittels lokaler Steroidsalben behandelt werden konnte. Unser Fall zeigt ein wahrscheinlich iatrogenes Kaposi-Sarkom. In der Literatur sind bei HIV-negativen Patient:innen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nur Einzelfälle von Kaposi-Sarkomen beschrieben [1], [2], [3], ein Auftreten unter IL-17-Blockade ist bisher nicht vorbeschrieben. Bei neuen progredienten Hautveränderungen unter Immunsuppression sollten auch seltene Ursachen in Betracht gezogen und eine Biopsie angestrebt werden.

Abbildung 2

Offenlegungserklärung: TT, LG, GA, TW und GMNB haben keine auf das Abstract bezogenen Interessenenskonflikte.


References

[1] Louthrenoo W, Kasitanon N, Mahanuphab P, Bhoopat L, Thongprasert S. Kaposi's sarcoma in rheumatic diseases. Semin Arthritis Rheum. 2003;32(5):326-333. DOI: 10.1053/sarh.2002.50000
[2] Gallo Marin B, Maymone MBC, El Rayess F, Telang GH. Kaposi Sarcoma Associated with Tofacitinib Use in a Patient with Rheumatoid Arthritis. R I Med J (2013). 2023 Aug 1;106(7):18-20.
[3] Oprita A, Cotan H, Celmare D, Emilescu R. Rituximab-Induced Kaposi Sarcoma in HIV-Negative Patients: A Narrative Review. Cureus. 2023 Sep 16;15(9):e45365. DOI: 10.7759/cureus.45365