38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
Methotrexat bei Proliferativer Vitreoretinopathie
Text
Die proliferative Vitreoretinopathie (PVR) ist die häufigste Ursache für das Versagen der chirurgischen Therapie bei rhegmatogener Netzhautablösung. Derzeit geht man davon aus, dass es sich bei der PVR um eine abnorme Wundheilungsreaktion, gesteuert durch Entzündungs-, Glia- und RPE-Zellen, handelt. Trotz verschiedener pharmakologischer Ansätze gibt es bislang keine klaren Therapieempfehlungen oder standardisierten Prophylaxestrategien. Studien zeigen, dass die intraoperative und/oder postoperative intravitreale Gabe von Methotrexat (MTX) die PVR-Rate senken kann. MTX wird bisher noch off-label angewendet. In diesem Beitrag wird eine Zusammenfassung der aktuellen Literatur und rezenter Reviewarbeiten zum Einsatz von MTX bei Amotioaugen vorgestellt. Es existieren verschiedene Behandlungsschemata, Dosierungen und auch die Indikationen zur adjuvanten Therapie variieren. Standardisierte Therapieempfehlungen oder Stellungnahmen sind bislang nicht verfügbar. Zur intraoperativen MTX-Infusion (während der PPV in der Glaskörperraum) oder postoperativen MTX-IVOM Therapie gibt es nach aktueller Datenlage keine relevanten Sicherheitsbedenken oder unerwünschte Nebenwirkungen und diese zeigt vielversprechende funktionelle und anatomische Ergebnisse. Weiterführende prospektive kontrollierte und randomisierte Untersuchungen mit größeren Fallzahlen sind erforderlich, um die beobachteten Ergebnisse zu überprüfen und Standardprotokolle für Therapieempfehlungen zu etablieren.



