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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Operative Versorgung und postoperative Komplikationen der rhegmatogenen Ablatio retinae

Kristina Kintzinger - Münster
K. Rothaus - Münster
A. Lommatzsch - Münster; Essen-Duisburg

Text

Ziel: Die rhegmatogene Ablatio retinae stellt einen der häufigsten chirurgischen Notfälle in der Augenheilkunde dar. Eine zeitnahe operative Behandlung ist entscheidend, um die funktionelle Prognose zu verbessern und das Risiko von Komplikationen zu reduzieren. Hierbei sollten die verschiedenen operativen Verfahren sowie die Wahl einer geeigneten Endotamponade unter Berücksichtigung der individuellen Befunde und Risikofaktoren kritisch abgewogen werden.

Methode: In einer retrospektiven Analyse wurde der operative und postoperative Verlauf der im Zeitraum von 2014-2025 am Augenzentrum des St. Franziskus-Hospitals Münster operativ behandelten Fälle ausgewertet. Hierbei wurde das operative Vorgehen in allen Fällen und der postoperative Visus- und Tensioverlauf, sowie das Auftreten möglicher Komplikationen wie einer Re-Ablatio, einer proliferativen Vitreoretinopathie oder einer Aderhautblutung innerhalb der ersten 6 Monate nach der Operation bei erstmaliger Ablatio analysiert.

Ergebnis: Insgesamt wurden 6.681 Ablationes von 5.030 Patienten erfasst. Hiervon wiesen 42.6% zum Zeitpunkt der Erstvorstellung bereits eine Beteiligung der Makula auf. Die operative Versorgung erfolgte innerhalb von 0.8 ± 1.4 Tagen (n= 6616). In den meisten Fällen wurde eine primäre Vitrektomie mit Endotamponade (96%) durchgeführt, wobei in 6.6% der Fälle eine kombinierte Buckelchirurgie erfolgte. Eine alleinige buckelchirurgische Versorgung wurde in nur 3.9% der Fälle durchgeführt. Hierbei zeigte sich über den beobachteten Zeitraum eine signifikante Abnahme des Anteils an mit Buckelchirurgie versorgten Ablationes (p<0.01). Eine erstmalige Ablatio lag bei 5.035 Fällen von 4.746 Patienten vor. Im postoperativen Verlauf trat hierbei in 15.7% der Fälle eine Re-Ablatio nach durchschnittlich 42.4 ± 38.7 Tagen auf (n=789). Eine Tensiodekompensation ≥ 30 mmHg fiel in 3.3% der Fälle am ersten postoperativen Tag (n=4897) auf und persistierte in nur 5.5% der Fälle bis zur Verlaufskontrolle nach 3 Wochen. Deutlich seltener wurde eine Aderhautblutung in nur 0.1% der Fälle am 1. postoperativen Tag beobachtet, mit einer Reduktion auf 0.7% 3 Wochen postoperativ. Eine proliferative Vitreoretinopathie zeigte sich in der Verlaufskontrolle nach 3 Monaten in 11.4% der Fälle (n=949), wovon wiederum 9.3% im Verlauf eine Re-Ablatio entwickelten.

Schlussfolgerung: Als operative Behandlung der rhegmatogenen Ablatio wird zunehmend häufiger eine primäre Vitrektomie mit Endotamponade durchgeführt. Dabei stellt die postoperative Tensiodekompensation eine frühe Komplikation dar, welche oft konservativ behandelt werden kann. Regelmäßige Verlaufskontrollen sind essenziell, um eine Re-Ablatio frühzeitig diagnostizieren und behandeln zu können. Ein möglicher Risikofaktor hierfür stellt die Entwicklung einer proliferativen Vitreoretinopathie dar.