38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
Fluoreszenzangiographie als potenzieller Prädikator des anti VEGF-Therapieansprechens bei choroidaler Neovaskularisation sekundär zu Chorioretinopathia centralis serosa
Text
Die Chorioretinopathia centralis serosa (CCS) kann durch die Entwicklung einer sekundären choroidalen Neovaskularisation (2°CNV) verkompliziert werden, die häufig trotz Therapie mittels anti-vaskulären endothelialen Wachstumsfaktoren (VEGF) mit persistierender subretinaler Flüssigkeit (SRF) und eingeschränkter visuellen Prognose einhergeht. Die prognostische Bedeutung der Fluoreszenzangiographie (FA) für das Therapieansprechen bleibt in diesem Zusammenhang weiterhin unklar. In unserer multizentrischen, retrospektiven Kohortenstudie wurden alle im Register dokumentierten Patientinnen und Patienten mit CNV sekundär zu CCS eingeschlossen, die in zwei zuvor definierten Zentren mit einer Initialserie von drei intravitrealen anti VEGF Injektionen behandelt worden sind. Augen mit einer erkennbaren typischen Leckage in der Ausgangs FA wurden Gruppe 1, Augen mit einer atypischen Präsentation und ohne eindeutige Leckage Gruppe 2 zugeordnet. Die Klassifikation erfolgte durch zwei verblindete Netzhautspezialisten. Primärer Endpunkt war die Veränderung der SRF Höhe in der optischen Kohärenztomographie (OCT) von Therapiebeginn bis nach der dritten Injektion. Sekundäre Endpunkte waren Veränderungen der Aderhautdicke und der bestkorrigierten Sehschärfe (BCVA). Die Gesamtkohorte umfasste 46 geeignete Augen. Gruppe 1 (n = 37) zeigte keine signifikante Veränderung der BCVA, jedoch eine signifikante Reduktion der SRF Höhe und Aderhautdicke, während in Gruppe 2 (n = 9) keine signifikanten funktionellen oder anatomischen Veränderungen nachweisbar waren. Die Reduktion der SRF Höhe war dabei in Gruppe 1 signifikant größer als in Gruppe 2. Darüber hinaus war eine erkennbare typische Leckage in der Ausgangs FA im Rahmen einer Quantilsregressionsanalyse signifikant mit einer stärkeren prozentualen SRF Reduktion assoziiert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine kurzfristige anti-VEGF-Therapie bei CCS-assoziierter 2°CNV primär zu anatomischen Verbesserungen mit gleichzeitig begrenztem funktionellem Nutzen führt. Zudem scheint das Erkennen einer typischen Leckage in der FA mit einer ausgeprägteren SRF-Reduktion assoziiert zu sein. Diese Erkenntnisse könnten in der klinischen Praxis dazu beitragen, exsudative 2°CNV differenzialdiagnostisch besser von SRF im Rahmen der CCS abzugrenzen.



