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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Strahleninduzierte Retinopathie – Daten aus dem I-Ray-Register von retina.net

Philipp Rating - Essen
S. Liakopoulos - Frankfurt a.M.; Köln
C. Michalik - Köln
N. Bornfeld - Düsseldorf
N.E. Bechrakis - Essen
H. Agostini - Freiburg
C. Ehlken - Kiel

Text

Ziel: Ionisierende Strahlen werden bei der Therapie von benignen und malignen Neoplasien des Kopf-/Halsbereiches angewendet. Infolgedessen kann es an der Netzhaut zu deterministischen Strahlenschäden kommen. Bei der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) besteht bei bestimmten Indikationen die Möglichkeit einer kurzzeitigen Brachytherapie mit einem Betastrahler oder einer externen additiven stereotaktischen Röntgenbestrahlung (SRT) mit dem IRay-System. Bei Patienten unter laufender anti-VEGF- Therapie werden in einer Sitzung hierzu drei mikrokollimierte Strahlbündel mit insgesamt 16 Gy in ein Isocenter ins Zentrum der Makula geführt. Inwiefern kann es durch die SRT zu einer Strahlenretinopathie kommen?

Methode: Ab 1/2017 wurden im Rahmen einer multizentrischen Registerstudie Bilddaten (OCT, CFP oder FA) von behandelten Augen (n=78) zur Baseline, sowie ein, zwei und ca. drei Jahre (LV) nach SRT erhoben und erfasst. Die Bilddaten wurden von trainierten und zertifizierten Gradern ausgewertet. CFP und FA wurden auf Zeichen von Strahlenretinopathie wie Cotton-wool-Herde, Netzhautblutungen, IRMA, Mikroaneurysmata, Teleangiektasien und makuläre Ischämien befundet. Bei qualitativen SD-OCT-Analysen wurde auf intraretinale Flüssigkeit, PE-Abhebungen und cRORA untersucht und quantitativ Netzhautdicken (FCP, SRF, FCS) erhoben.

Ergebnis: Bei insgesamt 29 von 78 Augen (37%) zeigten sich Zeichen einer Strahlenretinopathie (Y1: 19%, Y2: 34%, LV: 44%). Im Laufe der Nachbeobachtung nahm diese beim Großteil (80%) individuell zu, insbesondere IRMA und retinale Ischämien. Insgesamt gehörten Cotton-wool-Herde (Y2: 88%) zu den häufigsten Veränderungen. Intra- und subretinale Flüssigkeit stellte die häufigste morphologische Veränderung dar (CS: 41%, SRF: 31%, SubRPE Fluid: 28%). Die neurosensorische Dicke der Netzhaut zeigte einen Trend zur Abnahme.

Schlussfolgerung: Die additive SRT bei Patienten mit nAMD führt bei einem beträchtlichen Anteil der behandelten Augen zu einer Strahlenretinopathie im Bereich des Isocenters. Entsprechend der Beobachtung bei der Anwendung anderer Strahlenentitäten sind die schwerwiegendsten Folgen Ischämien und mikrovaskuläre Anomalien.