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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Ballondilatation der Harnleiteranastomose bei rezidivierenden Symptomen nach robotischer Pyeloplastik

Vivien Lisa Finger - Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Wuppertal, Deutschland
Stephan Degener - Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Wuppertal, Deutschland
Jost Hohage - Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Wuppertal, Deutschland
Frederike Molfenter - Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Wuppertal, Deutschland
Friedrich-Carl von Rundstedt - Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Wuppertal, Deutschland

Text

Einleitung: Bei Patienten nach einer laparoskopischen robotisch-assistierten Nierenbeckenplastik wird an unserer Klinik nach 4 Wochen die DJ-Schiene entfernt. Patienten mit einer rezidivierenden Harnstauung oder Flankenschmerzen und damit primär frustranem DJ-Auslassversuch sind eine herausfordernde Patientenkohorte. In dieser Arbeit stellen wir unseren endoskopischen Behandlungspfad vor.

Methode: Zwischen April 2021 und Oktober 2025 wurde bei insgesamt 6 Patienten eine erneute endoskopische Evaluation nach frustranem DJ-Auslassversuch post robotisch-assistierter Nierenbeckenplastik durchgeführt. Nur bei Ausschluss einer Anastomosenstriktur in der Ureterorenoskopie wurde eine ureterale Ballondilatation der Anastomose vorgenommen. Nach Kalibrierung auf 15 CH mit einem Ballondruck von 16 ATM wurde eine 7CH/30 cm DJ-Harnleiterschiene eingelegt. Alle DJ-Schienen wurden nach 4–6 Wochen entfernt und nach 3–6 Monaten eine MAG3 Nieren-Szintigraphie durchgeführt.

Ergebnisse: In allen 6 Fällen konnte der Harnleiter endoskopisch mittels Ballondilatation kalibriert werden. In der postoperativen Nierenszintigraphie konnte eine urodynamisch relevante Obstruktion ausgeschlossen werden. Postinterventionell konnte bei 5 von 6 Patienten auf eine dauerhafte Harnleiterschienung mittels DJ verzichtet werden. Nur bei einem Patienten war eine erneute robotische Nierenbeckenplastik als Salvage Operation erforderlich.

Schlussfolgerung: Die Ballondilatation ist eine effektive und sichere Methode um bei Patienten nach primär frustranem DJ-Ausslassversuch nach Nierenbeckenplastik den Harnleiter zu kalibrieren. Dieses Vorgehen ist nur dann erfolgsversprechend, wenn keine narbige Struktur im Bereich der Anastomose vorliegt.