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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Optimierung der Behandlung obstruktiver Blasenentleerungsstörungen bei BPH: Fokus auf die 2. Linentherapie nach REZÜM

Mohamed Alhabib - Helios Klinikum Krefeld, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Krefeld, Deutschland
Philpp Engert - Helios Klinikum Krefeld, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Krefeld, Deutschland
Khaled Alghueiri - Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Gießen, Deutschland
Martin Friedrich - Helios Klinikum Krefeld, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Krefeld, Deutschland

Text

Einleitung: Die REZUM-Therapie hat sich als effektives minimalinvasives Verfahren bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) etabliert und stellt besonders für Männer mit mittlerer Symptomlast eine schonende Alternative zur klassischen Operation dar. In der klinischen Praxis zeigt sich allerdings ein nicht unerheblicher Teil der Patienten, der im Verlauf eine weiterführende Therapie benötigt — sei es aufgrund ungenügender Symptomreduktion, persistierender Restobstruktion oder erneut verstärkt auftretender Beschwerden. Diese Frage ist von zunehmender Bedeutung, gewinnt sie doch durch die vermehrte Verbreitung der Wasserdampftherapie eine klare Stellung und systematische Betrachtung der „zweiten Option“ nach REZUM.

Methode: Die Datenerhebung erfolgt retrospektiv aus unseren Akten sowie prospektiv Daten per Fragebogen Erhebung und schließt Patienten zwischen Jahr 2019–2023 ein.

106 Männer, die zwischen Januar 2019 und Dezember 2023 ein Rezüm zur Behandlung gutartigen Prostatahyperplasie bekommen haben. Primäre Endpunkte waren die Verbesserung des International Prostata Symptom Score (IPSS), das Zeitintervall bis zur 2. Intervention. Sekundäre Endpunkte umfassten Nebenwirkungen und Komplikationen der REZÜM-Therapie.

Ergebnisse: Die mittlere Reduktion des IPSS nach der Therapie betrug 7,1 Punkte, mit einem Median von 7,1 Punkten (Bereich -14 bis 30). Bei Insgesamt 106 Patienten erfolgte innerhalb von 60 Monaten bei 32 Patienten eine zweite Intervention. Davon erhielten 21 eine TUR Prostata (Prostatavolumen <30 ml, 7 wurden mittels HoLEP (Prostatavolumen >50 ml) und 4 eine zweite REZÜM Therapie.

Schlussfolgerung: Die REZÜM Therapie ist als minimal invasivstes ablatives Verfahren bei Patienten mit obstruktiver Prostatavergrößerung auch heute noch etabliert. Im Intervall von 60 Monaten ist bei ca. 32% eine zweite Intervention notwendig. Die Studie zeigt, dass größten Anteil der Patienten dann sich für eine Desobstruktion. Die Analyse verdeutlicht, dass die „zweite Option“ nicht als Scheitern, sondern als Teil eines individualisierten therapeutischen Kontinuums verstanden werden sollte, das funktionelle Verbesserung, Sicherheit und Lebensqualität gleichermaßen umfasst.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Abbildung 1