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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Dilatation von Harnröhrenengen mit einem paclitaxelbeschichteten Ballondilatationssystem (Optilume®) – eine Beobachtungsstudie nach 28 Patienten

Walter Batzill - Alexianer Krefeld GmbH, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Jens Westphal - Alexianer Krefeld GmbH, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland

Text

Einleitung: Seit 2023 wird in unserer Klinik eine minimalinvasive Therapie von Rezidivengen der männlichen hinteren Harnröhre angeboten. Dabei handelt es sich um eine Ballondilatation mit einem medikamentenbeschichteten Kathetersystem (Optilume).

Die Daten der Zulassungsstudie zeigen eine deutlich bessere Rezidivfreiheitsrate als bei üblichen endoskopischen Verfahren. In unserer Beobachtungsstudie wollen wir prospektiv diese Ergebnisse überprüfen und mit den Daten unserer bisherigen Standardtherapie bei Rezidivengen (Mundschleimhauttransplantation) vergleichen.

Methode: Die Indikationsstellung erfolgte mittels retrogradem Urethrogramm. Eingeschlossen wurden Patienten mit einem Rezidiv einer hinteren Harnröhrenenge. Das Verfahren wurde zwischen 2023 und 2025 bei 28 Männern durchgeführt. Intraoperativ erfolgte standardmäßig eine minimale Sichturethrotomie um das Ballondilatationssystem platzieren zu können. In der Folge wurde dann die Enge mit dem Ballon bei 10 bar für eine Dauer von 7 Minuten auf eine Weite von 30 Chrr. dilatiert. Ein transurethraler Katheter wurde für 24 Stunden eingelegt. Es erfolgte dann Kontrollen der Patienten nach 3, 6 und 12 Monaten.

Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum von 2023 bis 2025 wurden insgesamt 28 Männer mit einer Ballondilatation der hinteren Harnröhre behandelt. Der Altersdurchschnitt lag bei 68,3 Jahren. Bei den Engstellen handelte es sich um Rezidive nach Voroperation. Die häufigsten Voroperationen waren die Sichturethrotomien in 82,1%. Komplikationen nach Clavien- Dindo traten keine auf. Der mittlere Nachbeobachtungszeitraum lag bei 6,2 Monaten. Die Zufriedenheit der Patienten lag in Verlauf bei 85,8%. 46,4% der Patienten gaben einen leichten postoperativen Schmerz (VAS 3–4 von 10) an. Rezidive sahen wir bei 4 Patienten (14,2%), wobei 3 Patienten im Vorfeld eine Radiatio der Prostata erhalten hatten. Die Rezidivquote lag damit über der unserer bisherigen Standardtherapie (offene Rekonstruktion) mit 10,2%. Die Rate von Patienten, die sich nochmals mittels einer Ballondilataion behandeln lassen würden lag bei 89,3%.

Schlussfolgerung: Die Ballondilatation der Harnröhre mit dem medikamentenbeschichteten Ballonsystem (Optilume) stellt eine minimalinvasive Therapiealternative zur offenen Rekonstruktion dar, mit guten Ergebnissen in der frühen Nachbeobachtungsphase.

Das Verfahren ist deutlich weniger belastend, komplikationsarm und geht mit einer hohen Patientenzufriedenheit einher.