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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Kombinierte perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL) und Harnröhrenplastik mit Mundschleimhaut in einer Anästhesie – ein Fallbericht

Bobirjon Ergashev - Andijan staatliche medizinische Hochschule, Andijan, Usbekistan
Tursunboy Mahammadjonov - Andijan staatliche medizinische Hochschule, Andijan, Usbekistan
Sarvarbek Abdulazizov - Andijan staatliche medizinische Hochschule, Andijan, Usbekistan

Text

Einleitung: Dieser Bericht beschreibt das Management eines 32-jährigen Patienten mit Nierenkolik, bei dem sich ein proximaler Harnleiterstein (13 mm) und eine bulbäre Harnröhrenstriktur (ca. 5 cm) diagnostiziert wurden. Die simultane PCNL und Harnröhrenplastik in einer Anästhesie stellt ein innovatives Behandlungskonzept dar.

Fallbeschreibung: Ein 32-jähriger Patient stellte sich mit akuter Nierenkolik links vor. Die Diagnostik (Sonographie, CT) zeigte einen 13 mm großen Stein im proximalen Harnleiter bei LWK I links mit konsekutiver Hydronephrose Grad II. Zusätzlich bestand eine symptomatische, langstreckige bulbäre Harnröhrenstriktur von etwa 5 cm Länge.

Methoden: In Allgemeinanästhesie erfolgte zunächst die urethroskopische Schienung des Harnleiters mit einem Doppel-J-Katheter. Anschließend wurde der Patient in Bauchlage umgelagert und eine PCNL durchgeführt. Bei hochliegendem Stein im oberen Harnleiter erfolgte die Punktion eines unteren Kelches mit anschließender Bergung des Steins unter Sicht. Die Steinfragmentation erfolgte mittels Laser-Lithotripsie. Abschließend wurde in Steinschnittlage die Harnröhrenplastik mit bukkaler Mukosa in dorsaler Onlay-Technik durchgeführt.

Ergebnisse: Die kombinierte Operation (238 Minuten) verlief komplikationslos. Postoperativ zeigte sich eine vollständige Steinfreiheit in der Kontrollbildgebung. Die Harnröhrenrekonstruktion heilte primär. Der transurethrale Katheter und der Doppel-J-Katheter wurden nach 4 Wochen entfernt. Die Miktionszystourethrographie zeigte eine weite, durchgängige Harnröhre. Die bukkale Entnahmestelle heilte komplikationslos.

Schlussfolgerung: Die simultane PCNL für einen großen proximalen Harnleiterstein mit Harnröhrenplastik ist technisch machbar und effizient. Dieses Vorgehen reduziert die Gesamtbehandlungszeit und vermeidet multiple Narkosen, was insbesondere für junge Patienten vorteilhaft ist. Die modifizierte Verfahrensabfolge mit initialer Harnleiterschienung erweist sich als vorteilhaft für das operative Management.