71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
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Systematische Literaturübersicht zur Prolaps-Rekurrenz nach Robotic-Assisted Sacrocolpopexy (RASCP) und assozierte Risikofaktoren
Text
Einleitung: Der Goldstandard der chirurgischen Behandlungsoptionen bei multicompartment pelvic organ prolapse (POP) ist die Sacrocolpopexie (SCP), die inzwischen als roboter-assistierte Operation (RASCP) in vielen Zentren durchgeführt wird. Indizent von RePOP und assozierte Risikofaktoren nach RASCP Risikofaktoren sind kaum beschreiben. Ziele dieser systematischen Literatursuche waren 1) die Inzidenz von Re-POP und Wiederholungseingriffen zu beschreiben; 2) Risikofaktoren für RePOP nach RASCP aufzulisten; und 3) perioperativen Benchmarks von ReDoRASCP zusammenzufassen.
Methoden: Die systematische Literatursuche wurde in Medline ohne Sprachlimiten durchgeführt. Ausgeschlossen wurden Studien wenn der initiale Eingriff nicht-roboter-assistiert war bzw. wenn keine separaten Verlaufsangaben zu den RA-Fällen vorlagen, Studien mit < 30 RASCP oder wenn das Follow-up bei > 50% unvollständig war, sowie Fallberichte. Die Selektion der Studien wurde durch 2 Investigatoren unabhängig durchgeführt. Die Datenextraktion erfolgte in prädefinierte Vorlagen. Die Evaluation der Studienqualität erfolgte anhand der Newcastle Ottawa Scale für Kohortenstudien und anhand vom JBI Critical Appraisal Tool für Fallserien. Aufgrund der Heterogenität der Follow-up Dauer und der Definition für RePOP wurde von einer Metaanalyse abgesehen.
Ergebnisse: Von den 194 Treffern wurden 112 nach Titel- oder Abstract-Durchsicht ausgeschlossen. Nach Evaluation des Fulltextes wurden 33 Studien zur Inzidenz von Re-POP und Re-Operationen, 11 zu den Risikofaktoren und 1 Fallserie von ReDoRASCP eingeschlossen.
Die Studiengröße reichte von 52 bis 462 Patientinnen, die mittlere Follow-up Dauer von 4 Wochen bis 5 Jahre. Die Inzidenz von RePOP betrug 1,9% bis 52,2%, wobei 10/33 Studien eine RePOP-Inzidenz von >10% nachwiesen. Die Reoperationsrate schwankte zwischen 0% und 10,4% und der Anteil der Patientinnen mit RePOP, die sich einer ReOperation unterzogen zwischen 0% und 100%. Die Fallserie mit ReDoRASCP berichtete von 10 Patientinnen, 7 davon wurden wegen RePOP reoperiert. Bei allen Patientinnen wurde ein Abriss des Mesh am vaginalen Ende als Ursache für den RePOP detektiert, wobei das Mesh selbst nicht gerissen war. Komplikationen und erneuter RePOP wurden nicht beobachtet.
Schlussfolgerung: Die Datenlage zur Inzident von RePOP und Reoperation nach RASCP ist sehr heterogen und von limitierter Qualität. Risikofaktoren für ein RePOP sind nicht etabliert. In einer kleinen Fallserie von ReDoRASCP war ein Mesh-Abriss am vaginalem Ende Ursache für RePOP.



