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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Sicherheit der transrectalen Prostatabiopsie 2011 – 2021 – 2025

Harald Junius - Urologie Schlosscarree, Braunschweig, Deutschland
Holger Schreier - Urologie Schlosscarree, Braunschweig, Deutschland
Sandra Pflanz-Lesker - Urologie Schlosscarree, Braunschweig, Deutschland

Text

Die infektiösen Komplikationen bei der transrectalen Prostatbiopsie sind Gegenstand vieler fachlicher Auseinandersetzungen. Das geeignete prophylaktische Antibiotikaregime zu finden wurde diskutiert und der in den letzten Jahren zunehmend häufig gewählte perineale Zugangsweg drängte die Anwender des transrectalen Zugangs in die Defensive. Wir haben im Rahmen der Qualitätssicherung die Ergebnisse der transrectalen Biopsie ausgewertet und haben die Ergebnisse erstmals beim Central European Meeting der EAU 2012 in Dresden vorgestellt.

Nach 10 Jahren wurden neue Ergebnisse beim Nordkongress 2022 in Erfurt präsentiert und mit den Ergebnissen aus 2012 verglichen. Nun stellen wir die Ergebnisse einer weiteren Erhebung bei unseren Patienten vor und vergleichen die Ergebnisse der letzten 13 Jahre: Bei den Erhebungen 2011 und 2021 erhielten die Patienten eine Fragebogen zugeschickt; die Rücklaufquote betrug 97 bzw. 84%. Bei der Umfrage 2025 wurden die Patienten 4 Wochen nach der Biopsie angerufen und befragt. Wir können nun auf Antworten von 240 Patienten zurückgreifen.

Die infektiösen Komplikationen mit den gewählten Antibiotika Ciprofloxacin, Fosfomycin und Cotrimoxazol liegen unter den kolportierten 1%, insbesondere aber die Hospitalisierungsrate aufgrund eines infektiösen Geschehens war <1%. Seit 2015 wird regelmäßig ein Rectalabstrich durchgeführt, um einen antibiotischen Blindflug zu vermeiden. Mit dieser Maßnahme können wir die transrectale Prostatabiopsie sicher durchführen und bieten daneben einen schmerzarmen Eingriff an. Die perineale Biopsie hat bei uns ihren Platz bei lokalen anatomischen Besonderheiten, besonderer Keimsituation im Rectalabstrich oder vorausgegangener Antibiose in den letzten 4 Wochen.