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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Korrelation der PSA-Dichte mit den Ergebnissen der MRT-Fusionsbiopsie der Prostata – Real-World-Daten

Stefanos Papadoukakis - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Thomas Krings - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Kamran Karim - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Maike Neutzer - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Christoph Thomas - Radiologikum Krefeld, Radiologie, Krefeld, Deutschland
Jens Westphal - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland

Text

Einleitung: Das Prostatakarzinom ist bundesweit die häufigste diagnostizierte solide Tumorerkrankung des Mannes mit 65.820 Neuerkrankungen und 15.403 Todesfälle im Jahr 2020. Die transrektale ultraschallgesteuerte Biopsie wird zunehmend durch die MRT-Fusionsbiopsie ersetzt. Die PSA-Dichte wurde als hilfreicher Parameter zur Erhöhung der diagnostischen Präzision vorgeschlagen. Bislang existiert kein einheitlicher Grenzwert.

Methode: Wir analysierten retrospektiv klinische und pathologische Daten von Patienten, die in den letzten vier Jahren in unserer Abteilung eine MRT-Fusionsbiopsie der Prostata erhalten hatten. Es wurden Patienten mit einem PI-RADS-Score von 3, 4 und 5 ausgewertet und in drei Hauptgruppen unterteilt: Gruppe A mit PI-RADS 3, Gruppe B mit PI-RADS 4 und Gruppe C mit PIRADS 5. Für jeden Patienten wurde die PSA-Dichte berechnet und mit dem histopathologischen Ergebnis der Biopsie korreliert.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 678 Patienten in unserer Abteilung einer MRT-Fusionsbiopsie unterzogen. 409 Patienten mit PIRADS 3, 4 und 5 wurden in die Studie eingeschlossen. Der mittlere PSA-Wert der Patienten mit PI-RADS 3 betrug 8,5 ng/ml, bei PI-RADS 4 lag er bei 9,2 ng/ml und bei PIRADS 5 bei 12,55 ng/ml. Von 60 Patienten in Gruppe A hatten 16 (27%) eine positive und 44 (73%) eine negative Biopsie. Von 231 Patienten in Gruppe B hatten eine 167 (72%) eine positive und 64 (28%) eine negative Biopsie. Von 115 Patienten in Gruppe C hatten 109 (95%) eine positive und 6 (5%) eine negative Biopsie. Die mittlere PSA-Dichte der PI-RADS-3-Patienten betrug 0,15 ng/ml/ml bei den positiven und 0,11 ng/ml/ml bei den negativen Biopsien. Bei PI-RADS 4 lag die PSA-Dichte im Mittel bei 0,18 ng/ml/ml für die positiven und 0,12 ng/ml/ml für die negativen Biopsien. Bei PI-RADS 5 lag die PSA-Dichte im Mittel bei 0,28 ng/ml/ml für die positiven und 0,12 ng/ml/ml für die negativen Biopsien.

Schlussfolgerung: Unsere Studie bestätigt den etablierten Wert der PSA-Dichte zur Vorhersage eines PCa und der damit verbundenen Indikation zur MRT-Fusionsbiopsie zusätzlich zur PI-RADS-Klassifikation. Die Detektionsrate war bei Patienten mit PI-RADS 4 und 5 signifikant höher als bei jenen mit PI-RADS 3. Die PSA-Dichte erweist sich als nützlicher Parameter zur Vorhersage des Biopsie Ergebnisses. Bei Grenzwerten von 0,13 ng/ml/ml in Gruppe A und 0,15 ng/ml/ml in Gruppe B zeigte sich eine höhere Vorhersagewahrscheinlichkeit einer positiven Biopsie, wenn die PSA-Dichte oberhalb dieser Grenzwerte lag.