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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Distribution von B7-H3 und TROP2 in Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom beeinflusst die Prognose und erweitert potenziell den IMDC Score

Kianoush Noah Abutalebi - Klinik für Urologie, Universitätsmedizin Essen, Essen, Deutschland
Marc Ingenwerth - Abteilung für Pathologie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Diana Klein - Institut für Zellbiologie, Universitätsmedizin Essen, Essen, Deutschland
Boris Hadaschick - Klinik für Urologie, Universitätsmedizin Essen, Essen, Deutschland
Thomas Hilser - Westdeutsches Tumorzentrum, Universitätsmedizin Essen, Essen, Deutschland
Viktor Gruenwald - Westdeutsches Tumorzentrum, Universitätsmedizin Essen, Essen, Deutschland
Christopher Darr - Klinik für Urologie, Universitätsmedizin Essen, Essen, Deutschland

Text

Einleitung: B7-H3 und TROP2 werden als potenzielle prognostische Marker und therapeutische Ziele diskutiert. Ziel dieser Arbeit war es, die histopathologische Verteilung beim metastasierten Nierenzellkarzinom (RCC) sowie den zusätzlichen prognostischen Wert beider Marker, insbesondere innerhalb des IMDC-Scores zu bewerten.

Methoden: Retrospektiv wurden Daten von Patientinnen und Patienten (Pt.) mit vollständig dokumentierter Behandlungshistorie und verfügbarem Tumormaterial analysiert. Progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) wurden mittels Kaplan-Meier-Kurven berechnet. Die membranöse Expression von B7-H3 und TROP2 wurde immunhistochemisch bestimmt. Zur Verbesserung der prognostischen Genauigkeit wurde ein modifizierter IMDC-Score erstellt: Pt. mit intermediärem IMDC-Score erhielten bei B7-H3-Positivität (H-Score >60) oder TROP2-Positivität jeweils einen zusätzlichen Punkt.

Ergebnisse: Es wurden 68 Pt. eingeschlossen (32,4% weiblich), Medianalter 63 Jahre (IQR: 51–72). 85,3% der Tumoren waren klarzellig. Nach IMDC zeigten 19,1% eine gute, 58,8% eine intermediäre und 22,1% eine schlechte Prognose. Das mediane Follow-up betrug 66,6 Monate. Der mediane H-Score betrug für B7-H3 30 (IQR: 10–95) und für TROP2 0 (IQR: 0–13). In der intermediären IMDC-Gruppe lag das mediane OS bei 26,5 Monaten (IQR 14–44,8). Die jeweiligen Subkohorten mit Färbematerial wurden gesondert analysiert. Die Integration der Marker zeigte eine starke Diskrimination: B7-H3-negativ: 37 Monate; B7-H3-positiv: 21 Monate. Die TROP2-basierte Modifikation ergab eine noch stärkere Diskrimination: TROP2-negativ: 37 Monate; TROP2-positiv: 9 Monate (p = 0,03).

Schlussfolgerung: B7-H3 und TROP2 verbessern den prognostischen Wert des IMDC-Scores, insbesondere innerhalb der heterogenen intermediären Gruppe. B7-H3 trennt moderates von höherem Risiko, während TROP2 eine Subgruppe mit extrem ungünstiger Prognose (OS <1 Jahr) identifiziert. Diese Ergebnisse unterstützen die Integration beider Marker in bestehende Prognosemodelle und sprechen für weiterführende klinische Untersuchungen.