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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Multizentrische Real-World-Studie zur Effektivität und Toxizität von Ipilimumab und Nivolumab beim metastasierten Nierenzellkarzinom (GUARDIANS)

Hendrik Dinkel - Universitätsklinikum Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Münster, Deutschland; European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland
Linus Materna - Universitätsklinikum Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Münster, Deutschland
Ramona Stelmach - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Medizinische Onkologie, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), Heidelberg, Deutschland
Stephanie Zschäbitz - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Medizinische Onkologie, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), Heidelberg, Deutschland; Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAG-N), Berlin, Deutschland
Stephanie Neuberger - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
Can D. Aydogdu - Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Jozefina Casuscelli - Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAG-N), Berlin, Deutschland; Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Timo Egenolf - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Matteo Silberg - Marienhospital Herne, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Julie Steinestel - Universitätsklinikum Augsburg, Klinik für Urologie, Augsburg, Deutschland
Arne Strauß - Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Urologie, Göttingen, Deutschland
Florian Kirchhoff - Universitätsklinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Marit Ahrens - Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAG-N), Berlin, Deutschland; Universitätsklinikum Frankfurt, Klinik für Onkologie, Frankfurt, Deutschland
Pia Paffenholz - Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAG-N), Berlin, Deutschland; Universitätsklinikum Köln, Klinik für Urologie, Uro-Onkologie und Robotische Rekonstruktive Urochirurgie, Köln, Deutschland
Richard Cathomas - Kantonsspital Graubünden, Abteilung für Onkologie/Hämatologie, Chur, Schweiz
Berna C. Özdemir - Inselspital Bern, Universitätsklinik für Medizinische Onkologie, Bern, Deutschland
Christopher Goßler - Krankenhaus St. Josef, Universität Regensburg, Klinik für Urologie, Regensburg, Deutschland
Philipp Ivanyi - Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAG-N), Berlin, Deutschland; Medizinische Hochschule Hannover, Abteilung für Hämatologie, Hämostase, Onkologie und Stammzelltransplantation, Claudia-von-Schelling Comprehensive Cancer Center, Hannover, Deutschland
Marc Rehlinghaus - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Urologie, Düsseldorf, Deutschland; Centrum für Integrierte Onkologie, Düsseldorf, Deutschland
Thomas Hilser - Deutsches Krebsforschungszentrum, Universitätsklinikum Essen, Abteilung für Innere Medizin (Tumorforschung), Essen, Deutschland
Viktor Grünwald - Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAG-N), Berlin, Deutschland; Deutsches Krebsforschungszentrum, Universitätsklinikum Essen, Abteilung für Innere Medizin (Tumorforschung), Essen, Deutschland; Deutsches Krebsforschungszentrum, Universitätsklinikum Essen, Abteilung für Uroonkologie, Essen, Deutschland
Katrin Schlack - Universitätsklinikum Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Münster, Deutschland; Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAG-N), Berlin, Deutschland

Text

Einleitung: Ipilimumab und Nivolumab wurde 2018 in der Erstlinienbehandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC) mit intermediärem/ungünstigem IMDC-Risiko zugelassen (CheckMate214).

Material und Methoden: Wir analysierten retrospektiv die Wirksamkeit und Sicherheit von Ipilimumab und Nivolumab sowie Folgetherapien in einer multizentrischen (n = 17) Kohorte. Dabei wurden demografische und klinische Merkmale erfasst und die Ansprechrate (ORR), das progressionsfreie Überleben (PFS), das Gesamtüberleben (OS) sowie unerwünschte Ereignisse (AE) nach verschiedenen Subgruppen evaluiert und Prädiktoren für ein Therapieansprechen identifiziert.

Ergebnisse: Von 356 eingeschlossenen Patienten mit einem medianen Alter von 64 Jahren waren 69,1% männlich. 14,3% hatten einen ECOG ≥ 2, 74,2% eine klarzellige Histologie. In 61,8% lag ein intermediäres, in 28,6% ein ungünstiges IMDC-Risiko vor. 37,1% erfüllten nicht die Einschlusskriterien der Zulassungsstudie, u.a. aufgrund eines hohen ECOG Status oder Komorbiditäten. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 17,5 Monate. 55,3% erhielten alle vier Zyklen der Induktionstherapie, zum Zeitpunkt der Auswertung bekamen noch 16,3% Nivolumab. In der Gesamtkohorte lag die ORR bei 37,4% (CR 8,7%, PR 28,7%), das mediane PFS bei 9 Monaten (95%CI 6,4–11,6) und das mediane OS bei 39 Monaten (95%CI 27,4–50,7). Patienten bei denen eine nicht-klarzellige Histologie, Komorbiditäten, ein schlechter Allgemeinzustand, eine inkomplette Induktionstherapie und gewisse Metastasenmuster vorlagen, zeigten ein signifikant schlechteres Therapieansprechen. AEs traten bei 76,4% der Patienten auf, davon 35,4% ≥ Grad 3 nach CTCAE. Häufige AEs waren Fatigue (22,8%), erhöhte Transaminasen (19,1%), Exantheme (18,5%) und Diarrhoen (14,9%). 27,2% erhielten hochdosierte Kortikosteroide. Ipilimumab wurde in 24,7% und Nivolumab in 16% der Fälle aufgrund von AEs abgesetzt. Eine Zweitlinientherapie wurde bei 51,1% der Patienten eingeleitet, davon erhielten 63,4% Cabozantinib. Diese Patienten wiesen ein signifikant längeres medianes OS und PFS im Vergleich zu anderen Zweitlinien auf (38 vs. 16 Monate, p = 0.003 bzw. 15 vs. 7 Monate, p = 0.013).

Schlussfolgerung: Die Real-World Ergebnisse unterstützen die Verwendung von Ipilimumab und Nivolumab in der Erstlinientherapie beim mRCC mit guter Wirksamkeit und kontrollierbaren AEs. Nach Progression legen unsere Daten eine Verwendung (off-label) von Cabozantinib nahe.