71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
WUPSTA – die Wuppertaler Urologische Ausbildungsstation
Text
Einleitung: Die medizinische Ausbildung gilt als verschult und Reformansätze der letzten Jahre, wie der Entwurf einer neuen Approbationsordnung hatten das Ziel, die Ausbildung von Medizinstudierenden praxisorientierter und interdisziplinärer zu gestalten. Ähnliche Ansätze werden auch bei der Ausbildung von Pflegeberufen gefordert.
Angloamerikanische und skandinavische Modelle stärken Studierende mit einer eigenverantwortlichen Rolle in der Krankenversorgung (supported active participation).
Methode: Das Helios Universitätsklinikum Wuppertal bietet seit 2023 eine interprofessionelle urologische Ausbildungsstation (Medizin und Pflege) an, auf der Patient:innen mit dem gesamten Spektrum urologischer Erkrankungen behandelt werden. Studierende der Humanmedizin verantworten unter oberärztlicher Supervision den medizinischen Alltag auf der Station von der Visite, über Anordnungen, Untersuchungen bis zum Entlassmanagement. Auszubildende zu Pflegefachfrau/Pflegefachmann verantworten unter der Supervision von erfahrenen Praxisanleiter:innen die komplette pflegerische Betreuung und Versorgung der Patient:innen. Wöchentliche Lehrvisiten vertiefen urologisches Wissen.
Ergebnisse: 10 PJ-Studierende bewerten Lernerfolg deutlich höher als im klassischen PJ, fühlen sich besser auf den Berufsstart vorbereitet und zeigen ein besseres Verständnis für interdisziplinäre Zusammenarbeit. 3/10 PJ-Studieren arbeiten als AIW in Wuppertal, 7/10 arbeiten als AIW in der Urologie.
103 Auszubildende: Bewerten die Eigenverantwortlichkeit als größten Pluspunkt gegenüber „normalen“ Einsätzen, wertschätzen, dass sie mehr im Fokus stehen (als auf einer Normalstation) und erleben eine deutlich höhere Wertschätzung durch die Patient:innen.
Über 1.500 Patient:innen: Fühlen sich hervorragend versorgt, nehmen eine höhere Aufmerksamkeit des Personals wahr.
Im Vergleich zur Normalstation zeigen sich keine Unterschiede in der Fallschwere, der Krankenhausverweildauer und der Komplikationen.
Schlussfolgerung: Unsere ersten Erfahrungen nach 2,5 Jahren zeigen, dass die Ausbildungsstation den Lernerfolg von Studierenden und Auszubildenden steigert, von Patient:innen geschätzt und mit höherer Patientenzentriertheit bewertet wird.



