71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Die Thulium-Laserenukleation der Prostata bei benigner Prostatahyperplasie – Ergebnisse der ersten 120 Eingriffe eines 2ⁿᵈ generation Operateurs
Text
Einleitung: Anhand der aktuellen Zahlen der in Deutschland durchgeführten Operationen zur Behandlung der Benignen Prostatahyperplasie (BPH), zeigt der prozentuelle Anteil des ThuLEP-Verfahrens (Thulium-Laserenukleation der Prostata) eine deutliche Zunahme. Es besteht immer noch keine klare Definition zum Überwinden der Lernkurve bei der ThuLEP. Das Ziel dieser Studie ist, die Lernkurve des ThuLEP-Verfahrens mehrdimensional zu erfassen und Empfehlungen bezüglich der Ausbildung eines 2nd generation Operateurs anhand der dargestellten Ergebnisse herauszufiltern.
Methode: Zwischen Dezember 2017 und Oktober 2019 erhielten 120 Patienten eine ThuLEP. Die Operationen wurden von einem 2. Generation Operateur im Rahmen eines Mentoring-Programmes durchgeführt. Der Operateur war zum Zeitpunkt des Ersteingriffs ein endoskopisch erfahrener Chirurg, hatte jedoch zuvor noch keine endoskopische Enukleation der Prostata durchgeführt. Anhand des Outcomes, des Sicherheitsprofils und der technischen Aspekte wurde das Überwinden der Lernkurve multidimensional definiert.
Ergebnisse: Es wurden 120 Patienten in o.g. Zeitraum operiert. Perioperativ betrug der HB-Abfall im Median 1,69 g/ml. Die medianen Werte der Operations- und der Enukleationseffizienz lagen bei 0,66 und 1,31 g/min. Es zeigten sich eine signifikante Reduzierung des IPSS-Scores um 13,3 Punkte, sowie eine Steigerung der Lebensqualität um 2,6 Punkte (QoL-Fragebogen). Die Rate der postoperativen Komplikationen (CL ≥3b) war 2,7%. Die von uns festgelegten Parameter zur Beherrschung des Verfahrens wurden nach 22 Operationen erfüllt.
Schlussfolgerung: Die ThuLEP ist ein sicheres und effektives Verfahren, welches in einer Klinik neu etabliert werden kann und von einem erfahrenen Operateur an einen Chirurgen der 2. Generation im Rahmen eines Mentoring-Programms weitergegeben werden kann. Nach 22 Prozeduren kann der 2. Generation Operateur das Verfahren selbstständig unter Beibehaltung des Sicherheitsprofils und der Effektivität des Prozederes durchführen.



