Logo

71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Evaluierungsstudie zur Wirksamkeit von Uroletics® nach radikaler Prostatektomie (EUPROS)

Julian Heidenreich - Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und Roboter-assistierte Chirurgie, Köln, Deutschland
Fabian Horné - TUM Klinikum rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Madeleine Linxweiler - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Homburg, Deutschland
Felix KH Chun - Universitätsmedizin Frankfurt a. M., Klinik für Urologie, Frankfurt/Main, Deutschland
Aleksander Antoniewicz - Urologische Klinik München-Planegg, Klinik für Urologie, Planegg, Deutschland
Gregor Halbert - Krankenhaus Lübbecke, Klinik für Urologie, robotisch-assistierte Urologie und Uro-Onkologie, Lübbecke, Deutschland
Christian Bolenz - Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Ulm, Deutschland
Gisa Mehring - Martini-Klinik Hamburg, Prostatakrebszentrum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Stefanie Witecy - APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden, Deutschland
Christian Thomas - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Urologie, Dresden, Deutschland

Text

Einleitung: Harninkontinenz und erektile Dysfunktion (ED) gehören zu den häufigsten funktionellen Einschränkungen nach radikaler Prostatektomie (RP). Digitale Gesundheitsanwendungen wie Uroletics® sollen die Rehabilitation durch strukturiertes, auf Männer abgestimmtes Beckenbodentraining (PFMT), digitales Symptommonitoring und medizinisch geprüfte Informationen verbessern. Ziel der EUPROS-Studie war es, die Wirksamkeit von Uroletics® zusätzlich zur Standardversorgung (SoC) im Vergleich zu SoC allein vor allem hinsichtlich Kontinenz und erektiler Funktion zu untersuchen.

Methode: EUPROS ist eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Multicenter-Studie in acht zertifizierten Prostatakrebszentren in Deutschland. Eingeschlossen wurden Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom und geplanter nervenschonender offener oder robotergestützter RP. Die Interventionsgruppe (IG) nutzte Uroletics® zusätzlich zur SoC, die Kontrollgruppe (KG) erhielt ausschließlich SoC, bestehend aus präoperativen PFMT-Informationen und anschließender Rehabilitation. Die App wurde bis zu 8 Wochen vor der Operation und 12 Wochen nach Katheterentfernung verwendet. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zur Kontinenz (Time to continence, TTC). Sekundäre Endpunkte waren Kontinenzrate, IIEF-EF-Score sowie Sicherheit. Die Datenerfassung erfolgte digital über 12 Wochen postoperativ.

Ergebnisse: 162 Patienten wurden randomisiert (IG n=74; KG n=88). Das mediane Alter lag bei 61 bzw. 63 Jahren; der Großteil erhielt eine robotergestützte RP. Die mediane TTC betrug 29 Tage in der IG und 63 Tage in der KG. Die Kaplan-Meier-Analyse zeigte einen Trend zu schnellerer Kontinenzerholung in der IG (p=0,105). Zwölf Wochen nach Katheterentfernung waren 70,2% der IG und 59,7% der KG kontinent. Bei RARP-Patienten zeigte sich ein verstärkter Effekt (IG 72,0% vs. KG 57,3%; p=0,061). Beide Gruppen litten postoperativ überwiegend unter schwerer ED, die über den Studienzeitraum anhielt. Der Rückgang des IIEF-EF-Scores war jedoch in der KG stärker ausgeprägt. Eine Verbesserung der ED fand sich bei 25% der IG und bei 15,7% der KG.

Uroletics® erwies sich als sicher; es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf.

Schlussfolgerung: Uroletics® verbessert postoperative funktionelle Ergebnisse nach RP, führt zu schnellerer Kontinenzerholung und milderer ED und erwies sich als sicher.