71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Radiogenomische Korrelation des PTEN-Status und der PSMA-Expression mit multiparametrischer MRT und ⁶⁸Ga-PSMA-PET/CT beim primären Prostatakarzinom
Text
Einleitung: PTEN-Verlust ist eine häufige molekulare Veränderung beim Prostatakarzinom (PCa) und mit erhöhter Tumoraggressivität sowie ungünstigen Verläufen assoziiert. Eine gesteigerte PSMA-Expression weist ebenfalls auf aggressive Tumorbiologie hin. Die nichtinvasive Erfassung dieser Merkmale könnte die Risikostratifizierung verbessern. mpMRT und 68Ga-PSMA-PET/CT liefern komplementäre Informationen, doch ihr Wert als Surrogatmarker für PTEN-Status und PSMA-Expression ist unklar. Ziel war die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen bildgebungsbasierten Parametern (PI-RADS, PRIMARY, miPSMA, SUVmax, ADC) und immunhistochemischem (IHC) PTEN-Verlust sowie PSMA-Expression bei primärem PCa.
Methode: Es wurden 170 Tumorherde aus Prostatektomiepräparaten von 97 Männern der prospektiven DEPROMP-Studie analysiert, die präoperativ mpMRT und PSMA-PET/CT erhalten hatten. PTEN- und PSMA-IHC wurden durchgeführt. PTEN-Verlust wurde als fehlende zytoplasmatische Färbung definiert und heterogene Fälle galten als partieller Verlust. Für Analysen wurde PTEN dichotomisiert (erhalten = 0; Verlust/partiell = 1). Die PSMA-Expression wurde mittels Immunreaktivitätsscore (IRS) bewertet. Bildgebungsparameter wurden mittels nichtparametrischer Verfahren und Receiver-Operating-Characteristic-Analysen mit dem PTEN-Status und dem PSMA-IRS korreliert (p<0,05 signifikant).
Ergebnisse: PTEN-Verlust lag in 18% der Läsionen vor. Läsionen mit PTEN-Verlust zeigten signifikant höhere PI-RADS-Werte. PRIMARY zeigte einen grenzwertigen Zusammenhang. SUVmax, miPSMA, ADCmean und PSMA-IRS unterschieden sich nicht signifikant zwischen PTEN-Verlust und PTEN-Erhalt. PI-RADS wies die beste Diskriminationsfähigkeit für PTEN-Verlust auf (AUC 0,66), gefolgt von PRIMARY. SUVmax und miPSMA korrelierten stark (r = 0,63), ebenso PI-RADS und PRIMARY (r = 0,58). Die Korrelationen bildgebungsbasierter Parameter mit PSMA-IRS waren schwach (r = 0,21–0,24).
Schlussfolgerung: mpMRT-Morphologie reflektierte den PTEN-Status besser als PSMA-PET/CT oder Diffusionsparameter, wenngleich der Gesamtnutzen begrenzt bleibt. Die geringe Übereinstimmung zwischen SUVmax und PSMA-IRS deutet darauf hin, dass Traceraufnahme komplexe Tumorprozesse jenseits der PSMA-Expression abbildet. Bildgebungsbasierte Parameter allein reichen nicht zur verlässlichen Beurteilung des PTEN- oder PSMA-Status aus und die histopathologische Analyse bleibt essenziell.



