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Jahrestagung Kinderurologie 2026


16.-17.01.2026
Mainz

Meeting Abstract

Kontrastmittelverstärkte Urosonografie (ceVUS) zeitgleich zur Urodynamischen Untersuchung: Erste Erfahrungen aus der kinderurologischen Diagnostik

Alexandra Wilke - Universitätsklinikum, Dresden, Deutschland
Monica Pleul - Universitätsklinikum, Dresden, Deutschland
Tina Hörz - Universitätsklinikum, Dresden, Deutschland
Guido Fitze - Universitätsklinikum, Dresden, Deutschland
Christian Kruppa - Universitätsklinikum, Dresden, Deutschland

Text

Hintergrund: Der zunehmende Verlust der Nierenfunktion ist eine wesentliche Ursache für Morbidität und Mortalität bei Kindern mit neurogenen Blasenstörungen. Ein individuelles Management der ableitenden Harnwege ist von Beginn an essenziell für die oft komplex erkrankten Patienten. Hierfür ist die Urodynamik eine unverzichtbare Untersuchungsmethode. Um einen sekundären vesikoureteralen Reflux (VUR) abzubilden, ist aktuell das zeitgleiche Durchführen einer Röntgendiagnostik mit Kontrastmittel empfohlen (Videourodynamik [VUD]).

Erkennung und Therapie des sekundären VUR sind entscheidend für die Aussagekraft der urodynamischen Untersuchung wie auch für den langfristigen Erhalt der Nierenfunktion.

Einer notwendigen regelmäßigen Anwendung der VUD stehen jedoch ihre Strahlenbelastung, die oft eingeschränkte Untersuchungsatmosphäre sowie der zusätzliche personelle Aufwand entgegen.

Material und Methoden: Seit Januar 2025 erfolgte bei 19 Patienten mit neurogener Blasenentleerungsstörung im Rahmen der urodynamischen Verlaufskontrolle die gleichzeitige kontrastmittelverstärkte Urosonographie (ceVUS).

Die Kinder waren durchschnittlich 11,4 Jahre alt (9 männlich, 10 weiblich) und zeigten eine der folgenden Grunderkrankungen: Spina bifida, Detrusorhyperaktivität nach Querschnitt, kaudales Regressionssyndrom, Epispadie, infantile Zerebralparese oder myotone Dystrophie Typ 1. Zwei Drittel der Patienten führten Einmalkatheterisierungen durch.

Ergebnisse: Die kontrastmittelverstärkte Urosonografie ist im Rahmen einer Urodynamik sicher durchführbar ohne die Messergebnisse zu beeinflussen. Bei einem Drittel der Patienten (n=6) wurde ein zuvor nicht bekannter sekundärer VUR nachgewiesen. Bei fünf Kindern führte dies zu einer Therapieanpassung, die ohne ceVUS ggf. nicht erfolgt wäre.

Schlussfolgerung: Ohne Kompromisse an Komfort und Strahlenhygiene steht durch die ceVUS ein umfassendes Tool zur Charakterisierung der neurogenen Blasenstörung sowie zu deren Verlaufs- und Therapiekontrollen anstelle der VUD zur Verfügung. Die mit der ceVUS-Urodynamik mögliche genauere Erfassung und Therapiekontrolle des sekundären VUR sollte helfen, in Zukunft die Prognose der Nierenfunktion dieser Patienten zu verbessern.


References

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