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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Möglichkeiten und Herausforderungen partizipativer Forschung zur Depressionsversorgung in der Hausarztpraxis
Text
Hintergrund: Partizipative Ansätze gelten zunehmend als zentrales Qualitätsmerkmal gesundheitsbezogener Forschung. Das Einbringen von Erfahrungswissen und Perspektiven von Patient:innen trägt dazu bei, Prozesse stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten, erhöht Praxisrelevanz und Qualität und fördert Transparenz sowie eine ethisch reflektierte Forschungspraxis.
Zielsetzung/Fragestellung: Dieser Beitrag untersucht Möglichkeiten und Herausforderungen der Patient:innenpartizipation in der Forschung zur Depressionsversorgung in der Hausarztpraxis und reflektiert Erfahrungen aus einem eigenen partizipativen Forschungsprozess.
Diskussionspunkt: Unsere Erfahrung zeigt, dass die strukturelle Verankerung partizipativer Ansätze die Integration der Patient:innenperspektive maßgeblich unterstützt. Institutionalisierte Strukturen und praxisnahe Instrumente erweisen sich dabei als zentraler Faktor. Zugleich bleibt die nachhaltige Einbindung von Betroffenen eine Herausforderung, die zielgruppenspezifische Strategien, den Ausbau von Netzwerken und den Austausch mit etablierten Beteiligungsstrukturen erfordert.
Inhalt: Das Graduiertenkolleg Prädiktoren und klinische Ergebnisse bei depressiven Erkrankungen in der hausärztlichen Versorgung (POKAL) verfolgt das Ziel, die Diagnostik und Behandlung von Depressionen in der hausärztlichen Versorgung zu optimieren. Ein zentrales Anliegen ist die systematische Einbindung der Patient:innenperspektive in die Forschungsprozesse.
Hierfür wurde die Task Force Patient:innenperspektive eingerichtet. Sie schafft eine Grundlage für konstruktiven Austausch sowie transparente Kommunikations- und Rückkopplungsprozesse zwischen Kollegiat:innen, beteiligten Forschungsinstituten und Betroffenen. Eine EX-IN-Mitarbeiterin des Münchner Bündnisses gegen Depression vertritt die Patient:innenperspektive im wissenschaftlichen Beirat und steht der Task Force beratend zur Seite.
Vor dem Hintergrund fehlender strukturierter Vorgaben zur Patient:innenbeteiligung wurde eine Checkliste als Implementierungshilfe entwickelt. Sie basiert auf qualitativen Interviews mit beteiligten Wissenschaftler:innen und operationalisiert zentrale Aspekte der Beteiligung in sechs Kategorien mit je vier Unterpunkten.
Aufbauend auf diesen ersten Strukturen ist im nächsten Schritt die Etablierung eines Bürger:innenbeirats geplant, der den Austausch und die Annäherung zwischen Forschenden und Betroffenen durch regelmäßige Treffen fördern soll.
Take Home Message für die Praxis: Partizipation braucht klare Strukturen und gezielte Einbindung der Betroffenen.
Interessenkonflikte: Keine



