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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Allergieprävention zwischen Evidenz und Unsicherheit: Aktuelle Ergebnisse und methodische Herausforderungen in Evidenz und Leitlinien
Text
Namen der Moderierenden sowie der Vortragende: Jonas Lander (Moderation)
Katharina Sieferle
Antonia Sprenger
Paula Kuper
Claudia Hasenpusch
Sudip Karki
Magdalena Rohr
Robert Nunner
Susanne Brandstetter
Hintergrund: Allergische Erkrankung sind hochprävalent, kostenintensiv und können Lebensqualität, psychische Gesundheit und Mortalität beeinträchtigen. Da sie meist nicht ausheilen, sind Betroffene auf belastende Vermeidungs- und Symptomkontrollstrategien angewiesen. Ihre Prävention ist daher eine wichtige Priorität der öffentlichen Gesundheit.
Besonders im Zuge des Paradigmenwechsels hin zur frühen Toleranzentwicklung wurde die Wirksamkeit zahlreicher Präventionsstrategien untersucht, oft mit inkonsistenten Ergebnissen (z.B. bei Hautpflege). Diese breite und dynamische Evidenzbasis ist schwer zu überblicken und führt zu Unsicherheiten bei Betroffenen, Gesundheitsfachkräften, Forschenden sowie Leitliniengruppen.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Symposiums ist daher, 1) aktuelle Empfehlungen und Kontroversen der Allergieprävention anhand von Leitlinien darzustellen, 2) die Wirksamkeit ausgewählter Präventionsstrategien und Methoden der Evidenzgenerierung und -synthese kritisch zu beleuchten und 3) die Entwicklung eines Evidenzökosystems vorzustellen und zu beurteilen.
Diskussionspunkt: Im Symposium wird sichtbar, dass Evidenz zu Allergiepräventionsstrategien vielfach unsicher und wenig belastbar ist. In korrespondierenden Leitlinien zeigen sich teils widersprüchliche Empfehlungen. Gleichzeitig verdeutlicht das Symposium die Herausforderungen und Stärken verschiedener methodischer Zugänge.
Inhalt:
Katharina Sieferle: Aktuelle Empfehlungen zu Allergieprävention: Konsens und Divergenzen in internationalen Leitlinien
Paula Kuper & Claudia Hasenpusch: Zeitpunkt der Beikosteinführung zur frühkindlichen Allergieprävention: Ergebnisse eines Overviews of Reviews und methodische Implikationen
Antonia Sprenger & Paula Kuper: Hautpflegeinterventionen bei Kleinkindern zur Prävention von Ekzemen und Nahrungsmittelallergien: Ergebnisse einer Systematischen Übersichtsarbeit und Individual Participant Data Metaanalyse und methodische Implikationen
Sudip Karki: Pro- and Synbiotic Supplementation during Pregnancy and Infancy to Prevent Atopic Eczema: A Systematic Review and Individual Participant Data Meta-Analysis
Susanne Brandstetter & Magdalena Rohr: Stillverhalten im Kontext der Allergieprävention: Deskriptive Ergebnisse aus der KUNO-Kids Gesundheitsstudie und methodische Implikationen
Robert Nunner: Allergy Prevention L·OVE: Entwicklung eines strukturierten, öffentlich zugänglichen Evidenzrepositoriums zur Allergieprävention
Take Home Message für die Praxis: Die Allergieprävention ist durch eine unsichere und teils widersprüchliche Evidenzlage geprägt, was konsistente Leitlinien erschwert. Ein Bedarf an besserer Orientierung für Praxis und Betroffene bleibt bestehen.
Interessenkonflikte: Prof. Dr. Christian Apfelbacher ist PI und Sprecher der Forschungsgruppe HELICAP und zugleich im Kongresspräsidium der diesjährigen DGSMP.
Im Rahmen von HELICAP ist dieser Abstract/dieses Symposium entstanden.
Die eingereichten Abstracts wurden unabhängig erstellt. Es bestand kein Einfluss auf Auswahl- oder Begutachtungsprozesse; entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der Unabhängigkeit und Objektivität wurden eingehalten.



