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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Wie nutzen Patient:innen das Link Working in einer Machbarkeitsstudie zu Social Prescribing?

Niklas Jeske - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Text

Zielsetzung/Fragestellung: Wie nutzen Patient:innen das Beratungsangebot der Link Worker:innen?

Material & Methoden: Die Daten wurden in der multizentrischen, 2:1 randomisierten kontrollierten Machbarkeitsstudie „Soziales Rezept“ erhoben, die sich an volljährige Patient:innen richtete, die sich mit einem oder mehreren psychosozialen Problemen bei einer von neun teilnehmenden Hausarztpraxen in Berlin und Brandenburg vorstellten. Die Beratung durch Link Worker:innen (Intervention) wurde mit einer Broschüre mit sozialen Angeboten (Kontrolle) verglichen. Die Nutzung des Link Workings wurde anhand von Prozessdaten deskriptiv analysiert. Dies beinhaltet die Anzahl, Dauer und das Setting der Beratungstermine, der Anteil von nicht wahrgenommenen Terminen und die im Rahmen des Link Workings empfohlenen sozialen Angebote.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 234 Teilnehmende rekrutiert (62% weiblich, M Alter 57 Jahre, SD = 20). Von den 123 Teilnehmenden, die in die Interventionsgruppe randomisiert wurden, nahmen 114 Teilnehmende (92,7%) mindestens einen Beratungstermin mit Link Worker:innen wahr. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass Patient:innen im Median 2 Beratungstermine hatten (IQR 1-3, Spannweite 1-7) und nur fünf Patient:innen (4,4%) mehr als fünf Beratungstermine hatten. Ein Beratungstermin dauerte durchschnittlich 40 Minuten. Die Beratungsgtermine fanden mehrheitlich in der Hausarztpraxis statt (80,4%), nachrangig telefonisch (14,3%) oder als Hausbesuch (5,3%). Nicht wahrgenommene Termine machten insgesamt 18% der vereinbarten Beratungstermine aus. Die empfohlenen sozialen Angebote spiegeln eine große Bandbreite an sozialen Angeboten wider, darunter Beratungsangebote und Freizeitangebote.

Diskussion: Das Beratungsangebot der Link Worker:innen wurde gut angenommen und war in den Rahmenbedingungen der Machbarkeitsstudie umsetzbar. Das Link Working erfolgte im Rahmen von durchschnittlich zwei Terminen pro Patient:in, wobei fast immer ein bis fünf Beratungstermine ausreichend waren. Die Beratungen konnten mehrheitlich in den für die Patient:innen bekannten Räumen der Hausarztpraxen stattfinden.

Interessenkonflikte: Förderung von Projekten zu Social Prescribing durch DFG und Horizont Europa.