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Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Machbarkeit einer randomisierten kontrollierten Studie zur Evaluation der Wirksamkeit von Social Prescribing

Hendrik Napierala - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Text

Inhalt: Das Hauptziel der randomisiert kontrollierten Studie war die Prüfung der Machbarkeit. Als primäre Endpunkte dienten die Inanspruchnahme der Intervention (≥1 Kontakt mit Link Worker) und die Dropout-Rate nach sechs Monaten (initiale Annahme: 30%). Sekundäre Machbarkeitsparameter umfassten den Anteil geeigneter Teilnehmender vom Praxiskollektiv, sprachbedingte Ausschlüsse sowie Einwilligungs- und Randomisierungsraten. Die Auswertungen erfolgten deskriptiv auf Grundlage der vorhandenen Prozessdaten. Aufgrund lückenhafter Dokumentation in den Praxen wurden die sekundären Endpunkte zusätzlich via Befragung der beteiligten Praxisteams erhoben.

Von 234 rekrutierten Teilnehmenden aus neun Praxen konnten 188 randomisiert werden (123 Intervention, 65 Kontrolle). 19,7% der Teilnehmenden schieden zwischen Rekrutierung und Randomisierung aus. 92,7% der Teilnehmenden aus der Interventionsgruppe nahmen mindestens ein Treffen mit einem Link Worker wahr, die Dropout-Rate nach sechs Monaten betrug 17,6% (33 von 188). Diese war in der Interventionsgruppe mit einer Odds Ratio von 0,91 (95%-KI: 0,42–1,99) zwar numerisch etwas niedriger, erreichte jedoch keine statistische Signifikanz. Rund 5% der Patientinnen und Patienten in den Praxen wurden als für die Studie geeignet eingeschätzt, 2% der Personen konnten aufgrund einer Sprachbarriere nicht teilnehmen. Etwa jede fünfte angesprochene Person willigte in die Studienteilnahme ein.

Eine konfirmatorische randomisierte kontrollierte Studie zur Wirksamkeit von Social Prescribing ist durchführbar. Die Ergebnisse zeigen, dass mit einer Interventionsteilnahme von über 90% die Annahme durch die Teilnehmenden exzellent war. Für eine konfirmatorische Studie kann eine Drop-Out-Rate von unter 20% angenommen werden. Zukünftige Studien sollten den Übergang von der Rekrutierung zur Randomisierung optimieren, um den frühen Studienabbruch zu minimieren, und die praxisspezifischen Einflussfaktoren auf die Rekrutierungserfolge näher untersuchen.

Interessenkonflikte: Förderung von Projekten zu Social Prescribing durch DFG und Horizont Europa.