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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Sie können das einfach online machen! Digitale Gesundheitskompetenz von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung
Text
Hintergrund: Die Digitalisierung transformiert das Gesundheitswesen fundamental. Die Veränderungen haben hohes Potential für benachteiligte Personen, Barrieren im Gesundheitswesen zu überwinden und positives Gesundheitsverhalten nachhaltig zu fördern. Hierfür ist zu gewährleisten, dass diese Gruppen digitale Gesundheitsangebote effektiv nutzen können. Die digitale Gesundheitskompetenz (dGk) nimmt eine bedeutsame Rolle ein (z.B. §20k SGB V). DGk wird verstanden als Fähigkeit, Wissen in praktische Handlungen umzusetzen, indem digitale Gesundheitsinformationen genutzt, kommuniziert und kontinuierlich an die eigenen Gesundheitszielen ausgerichtet werden. Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung (MmiB) finden nachweislich bei der dGk kaum Berücksichtigung.
Zielsetzung: Erfassung der praktischen Alltagsbedeutung von dGk bei MmiB sowie Barrieren und Erfordernisse zur dGk-Stärkung.
Methoden: Gruppeninterviews mit 4 Gruppen mit MmiB (n=15), 16 explorative Expert:inneninterviews und Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen.
Ergebnisse: Obwohl das dGk-Verständnis variiert, wird es von allen Befragten als hochrelevant für die Gesundheitssorge angesehen. MmiB selbst berichten jedoch von zunehmender Abhängigkeit durch die Digitalisierung. Gesetzliche Förderstrategien für benachteiligte Bevölkerungsgruppen (§20k SGB V) erreichen MmiB kaum. Bemängelt werden von allen Befragten paternalistische Haltungen und fehlende Langzeitstrategien. Gewünscht werden ganzheitliche, zielgruppenorientierte Strategien, bei denen MmiB mitgedacht und in der Umsetzung von Beginn an mit einbezogen werden.
Diskussion: Die Digitalisierung bietet große Chancen für Gesundheit, Autonomie und Teilhabe. Für die Verwirklichung bei MmiB bedarf es mehr als nur technologische Innovationen. Es erfordert kontinuierliche, interaktive Strategien, die die individuelle Ebene, des sozialen Umfelds und der Ausschöpfung der rechtlichen Rahmenbedingungen einbezieht. Im Symposium wird ein ganzheitliches, zielgruppenspezifisches Konzept vorgestellt, welches durch Förderung der dGk von MmiB dazu beiträgt, digitale Gesundheitsklüfte zu überbrücken und die Gesundheitssorge in einer digitalen Welt zu stärken.
Take Home Message: DGk darf kein isoliertes Ziel bleiben, sondern muss auf mehreren Ebenen systemisch verankert werden. Es bedarf ganzheitliche, zielgruppenspezifische Strategien und echte Mitgestaltung von MmiB, um Gesundheitspotentiale der Digitalisierung auszuschöpfen und digitale Teilhabe zu ermöglichen.
Interessenkonflikte: Keine



