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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Mentale Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf: Ergebnisse einer Querschnittsstudie in Leichter Sprache

Laura Tretow-Frahm - Hochschule Fulda, Gesundheitswissenschaften, Fulda, Deutschland
Alice Hörner - Hochschule Fulda, Gesundheitswissenschaften, Fulda, Deutschland
Carina Landwehr - Verband der Ersatzkassen e.?V. (vdek), Landesvertretung Hessen, Deutschland
Katharina Rathmann - Hochschule Fulda, Gesundheitswissenschaften, Fulda, Deutschland; Public Health Zentrum Fulda, Fulda, Deutschland

Text

Hintergrund: Angesichts zunehmender psychischer Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen (KuJ) gewinnt die mentale Gesundheitskompetenz (Mental Health Literacy, MHL) an Bedeutung, insbesondere bei KuJ mit besonderen Bedarfen, wie einem sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF). Sie umfasst die Dimensionen „Erkennen psychischer Belastungen und Erkrankungen“, „Wissen über psychische Gesundheit“, „(Einstellungen zur) Hilfesuche“ sowie den „Umgang mit Stigmatisierung“. Für Schüler:innen (SuS) mit SPF in Deutschland liegen kaum empirische Ergebnisse zur MHL vor.

Zielsetzung: Ziel der Untersuchung ist es, die MHL von SuS (Sekundarstufe 1) mit SPF zu analysieren.

Material/Methoden: Die Primärdatenerhebung erfolgte mit Hilfe von zwei Fragebögen („Gesundheitschamps“ N=156; “psychische Gesundheit“ N=181) in Leichter Sprache mit insgesamt N=337 SuS mit SPF, die an 23 Förderschulen in Hessen und Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. Die MHL wurde in Anlehnung an den MeHLA-Questionnaire erfasst. Es wurden uni-, bi- und multivariate Analysen (differenziert nach soziodemografischen und

-ökonomischen Merkmalen) durchgeführt.

Inhalt/Ergebnisse: Bei den Befragten zeigten sich Schwierigkeiten im Bereich „Wissen“ über psychische Gesundheit (40,3%; n=128; N=318) und psychische Probleme (38,4%; n=63; N=164) sowie „Behandlung“ von psychischen Problemen (48,5%; n=78; N=165). 50,0% der Befragten (n=68; N=136) hatten zum Zeitpunkt der Befragung noch keine Recherche zu psychischen Problemen durchgeführt. 47,5% (n=66; N=139) gaben eine höhere Stigmatisierung gegenüber Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen an. Bivariate Auswertungen zeigten für die Indikatoren zum „Wissen“ über psychische Gesundheit signifikante Unterschiede nach Alter, Geschlecht, Sprache, familiärem Wohlstand und Förderschwerpunkt. Auch zeigten sich signifikante Unterschiede in der Wahrnehmung von Stigmatisierung nach Alter und Förderschwerpunkt. Bei SuS, die keine Recherche durchgeführt hatten, wurden signifikante Unterschiede nach Geschlecht und Förderschwerpunkt festgestellt. Logistische Regressionsmodelle bestätigten signifikante Assoziationen zwischen den untersuchten unabhängigen Variablen und den MHL-Dimensionen.

Diskussion/Take-Home-Message: Die Ergebnisse weisen auf deutliche Wissenslücken zur psychischen Gesundheit und deren Behandlung bei Schüler:innen mit SPF hin. Es besteht ein Bedarf an gezielten Maßnahmen zur Förderung der MHL bei Schüler:innen mit SPF.

Interessenkonflikte: Keine