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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Hitzeresiliente Gesundheitsversorgung: Integrierte Daten für die Versorgungspraxis und -planung für aktuelle und zukünftige Generationen

Alexander Hapfelmeier - Technische Universität München, Institut für KI und Informatik in der Medizin, München, Deutschland; Technische Universität München, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, München, Deutschland; Technische Universität München, Munich Center for Health Economics and Policy, München, Deutschland
Michael Heinrich Baumann - Universität Bayreuth, Mathematisches Institut, Bayreuth, Deutschland
Max Bürck-Gemassmer - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., Deutschland
Anette Christ - Gesundheitsamt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Kirsten Duggan - Gesundheitsamt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Martin Emmert - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland
Angela Ernst - Technische Universität München, Institut für KI und Informatik in der Medizin, München, Deutschland
Jonas Gerke - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., Deutschland
Lars Grüne - Universität Bayreuth, Mathematisches Institut, Bayreuth, Deutschland
Sarah Heidenreiter - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland
Sandra Hischke - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Versorgungforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen, Hamburg, Deutschland
Aditi Jain - Universität Bayreuth, Mathematisches Institut, Bayreuth, Deutschland
Debora Janson - Deutsches Krankenhausinstitut, Deutschland
Augustin Jobst - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Versorgungforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen, Hamburg, Deutschland
Nikolaus Mezger - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., Deutschland
Verena Schmidbauer - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland
Peter Tinnemann - Gesundheitsamt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Michael Lauerer - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland

Text

Namen der Moderierenden sowie der Vortragende

Moderation: Max Bürck-Gemassmer

Vortragende: Alexander Hapfelmeier, Michael Baumann, Verena Schmidbauer, Sandra Hischke, Kirsten Duggan, Sarah Heidenreiter

Hintergrund: Hitze wird in Deutschland als zunehmendes Gesundheitsrisiko betrachtet. Sie kann Mortalität und Morbidität steigern und das Gesundheitswesen belasten, wobei bestimmte Bevölkerungsgruppen und Regionen besonders vulnerabel sind. Eine integrierte Betrachtung aus Epidemiologie, Ökonomie, Versorgungsforschung und Praxis ermöglicht es, aktuelle und zukünftige Risiken besser zu verstehen und gezielt wirksame Anpassungsmaßnahmen sowie Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Symposium zeigt anhand verschiedener methodischer und praxisnaher Ansätze, wie sich gesundheitliche Auswirkungen von Hitze in Deutschland erfassen, modellieren, ökonomisch bewerten und in konkrete, regional angepasste Maßnahmen für Gesundheitswesen und Kommunen übersetzen lassen.

Diskussionspunkt: Welche (belastbaren) Erkenntnisse können aus epidemiologischen Datenanalysen, prognostischer Modellierung, ökonomischen Bewertungen, räumlicher Vulnerabilität und Praxiserfahrungen bezüglich hitzeassoziierter Risiken gewonnen werden? Gibt es konkrete und regional umsetzbare Maßnahmen für Prävention, Versorgung und Krisenmanagement? Wie können Einrichtungen des Gesundheitswesens und Kommunen auf Extremhitze vorbereitet werden?

Inhalt: HIRGEV ist ein Konsortialprojekt mit abgestimmten Teilprojekten. Im Symposium werden Ergebnisse von sechs Themenschwerpunkten vorgestellt:

  • Risikomodellierung bezüglich Mortalität, Morbidität und Systembelastung mittels geographischer Klimadaten und GKV-Routinedaten (~8,5 Millionen Versicherte in 2015–2024).
  • Mathematische Differentialgleichungsmodelle für die Prognose zukünftiger Hitzeszenarien und Ableitung von Handlungsempfehlungen.
  • Gesundheitsökonomische Evaluation direkter, indirekter und intangibler Kosten der Hitze.
  • Vulnerabilitätsindex zur Identifikation besonders gefährdeter Regionen mit Bedarf hitzeangepasster Gesundheitsmaßnahmen.
  • Erhebung unter älteren Menschen (65+) bezüglich Lebensrealität, Gesundheitsrisiken, Umgang mit Hitze und Nutzen bestehender Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Setting für die Entwicklung praxistauglicher, regionalspezifischer Klimaanpassungsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen.
  • Workshops zum Krisenmanagement und entsprechender Handlungsmöglichkeiten bei Extremhitze auf kommunaler Ebene, im stationären Setting und in der ambulanten Pflege.

Take Home Message für die Praxis: Hitze stellt ein zunehmendes und quantifizierbares Gesundheitsrisiko dar – medizinisch wie ökonomisch. Regionale und stratifizierte Präventions- und Anpassungsstrategien sind erforderlich.

Interessenkonflikte: Keine