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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Strahlende Schönheit? Gründe für Sonnenbaden und Solariennutzung als Ansatzpunkt für die Prävention von Hautkrebs
Text
Hintergrund: Ultraviolette (UV) Strahlung ist der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Dennoch bräunen sich viele Menschen in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen regelmäßig in der Sonne oder nutzen ein Solarium.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war es, die Gründe für das Sonnenbaden und die Solariennutzung zu explorieren, zu vergleichen und Determinanten zu identifizieren. Dazu haben wir Daten der 9. Welle des Nationalen Krebshilfe Monitorings online (NCAM-online) herangezogen, welche Angaben zu 4.156 Personen (49,9% weiblich, Durchschnittsalter: 42,7 Jahre) enthält.
Diskussionspunkt: Auch wenn Entspannung und Wohlbefinden die am häufigsten genannte Gründe für das Bräunen in der Sonne und in Solarien sind, so gibt es doch unterschiedliche Motivationsprofile je nach Bräunungsart. Diese Befunde bieten neue Ansatzpunkte für die Hautkrebsprävention.
Inhalt: Im Rahmen der bundesweiten Online-Befragung wurden den Teilnehmenden mögliche Gründe für das Bräunen in der Sonne und im Solarium präsentiert. Die Teilnehmenden konnten bei jedem der Gründe angeben, ob er auf sie zutrifft oder nicht. Von den 4.156 Befragten hatten n=2.523 (60,7%) noch nie ein Solarium genutzt und n=712 (17,1%) bräunten sich nicht in der Sonne. Diese wurden aus den jeweiligen Analysen ausgeschlossen. Die meistgenannten Gründe für das Bräunen in der Sonne waren Entspannung (86,1%), das Empfinden von Licht und Wärme (82,2%) und Vitamin D-Aufnahme (81,2%). Für das Nutzen von Solarien wurden Entspannung (70,1%), Attraktivitätssteigerung (62,3%) und Empfinden von Licht und Wärme (62,0%) am häufigsten genannt. Während beim Bräunen in der Sonne mit 60,2% die Stärkung der Gesundheit als weiterer Grund genannt wurde, war das Vorbräunen mit 57,1% der viertwichtigste Grund für das Bräunen in einem Solarium. In bivariaten Analysen zeigten sich für beide Bräunungsarten ähnliche Zusammenhänge mit soziodemografischen Merkmalen der Teilnehmenden. In daran anschließenden Cluster-Analysen konnten unterschiedliche Typen von Sonnenbadenden und Solariennutzenden identifiziert werden.
Take Home Message für die Praxis: Es zeigen sich sowohl Unterschiede als auch Überschneidungen in den Motiven für Bräunen in der Sonne und im Solarium. Dies deutet darauf hin, dass übergreifende Präventionsstrategien wirksam sein könnten. Zusätzlich könnten gezielte Informationsangebote, die speziell die Gründe für das Bräunen im Freien bzw. im Solarium aufgreifen, dazu beitragen, über die Risiken der UV-Strahlung aufzuklären und langfristig die Inzidenz von Hautkrebs zu senken.
Interessenkonflikte: Keine



