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30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
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Was Online-Dating mit Publizieren zu tun hat – „Major Revisions“ meiner Persönlichkeit
Text
Hintergrund: Beim Online-Dating kann man die große Liebe finden. Doch davor ist es nötig, ein passendes Match zu finden. Ohne Match passiert erstmal nichts. Ein ansprechendes Profil ist wichtig – möglicherweise wichtiger als ein ehrliches.
Wissenschaft dient dem Erkenntnisgewinn. Zumindest offiziell. In der Praxis lebt sie von Publikationen, Impact-Faktoren, Reviewer-Kommentaren und der Hoffnung, irgendwann akzeptiert zu werden. Koste es, was es wolle.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass sich diese beiden Welten so verdächtig ähnlich anfühlen.
Zielsetzung/Fragestellung: Vor dem Hintergrund populärer Online-Dating-Plattformen und ihrer Auswirkungen auf Nutzer:innen untersucht dieser Beitrag den Einfluss von Publikationsdruck auf die Ideale der Wissenschaft: Warum fühlt sich Publizieren oft weniger nach Erkenntnisgewinn und mehr nach emotionaler Aushandlung von Erwartungen an?
Diskussionspunkt: Wie weit sind wir bereit zu gehen, um akzeptiert zu werden, wenn der Druck groß genug wird und der Erfolg ausbleibt? Und ab welchem Punkt verlieren wir dabei das, was uns ursprünglich wichtig war?
Inhalt: Unser Beitrag versteht sich als reflexiver Feldbericht aus der wissenschaftlichen Praxis. Der Versuch, einen Artikel zu publizieren, wird mit dem Bemühen verglichen, beim Online-Dating ein Match zu bekommen und ein Date zu vereinbaren. Bei dem Vergleich zeigen sich einige Parallelen: das Herunterschrauben der eigenen Ansprüche, das Beschönigen des eigenen Profils, das Gesülze beim Schreiben und die Bereitschaft, am Ende alles zu bezahlen – und das alles kommentiert von einer Person ohne jede emotionale Beteiligung, aber mit morbidem Interesse. Am Ende steht die „Major Revision“ der eigenen Persönlichkeit, nur um akzeptiert zu werden.
Take Home Message für die Praxis: Kritik und Revision sind zentrale Bestandteile wissenschaftlicher Arbeit. Dafür braucht es Objektivität und Offenheit aller Beteiligten. Wenn Erfolg jedoch vor allem durch Anpassung entsteht, geraten wissenschaftliche Ideale unter Druck. Dann torpedieren Erfolgsmaßstäbe wissenschaftlicher Arbeit ihr eigentliches Ziel: den Erkenntnisgewinn.
Interessenkonflikte: Keine



