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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Was erhält ältere Menschen in Katastrophen gesund?

Robin Battenberg - Jade Hochschule, Abt. Technik und Gesundheit für Menschen, Deutschland
Hajo Zeeb - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Deutschland; Universität Bremen, Fachbereich 11 – Human- und Gesundheitswissenschaften, Bremen, Deutschland
Frauke Koppelin - Jade Hochschule, Abt. Technik und Gesundheit für Menschen, Deutschland

Text

Hintergrund: Ältere Menschen sind bei Naturkatastrophen überproportional von Morbidität und Mortalität betroffen (CRED, 2021). Internationale Ereignisse wie der Hurrikan Katrina 2005 (Brunkard et al., 2008) in den USA oder das Tōhoku-Erdbeben 2011 in Japan (Sun & Sun, 2019), aber auch das Hochwasser 2021 in Deutschland (Rhein & Kreibich, 2025), verdeutlichen, dass ein erheblicher Anteil der Todesopfer der älteren Bevölkerung zuzuordnen ist. Vor diesem Hintergrund werden ältere Menschen sowohl im Katastrophenschutz als auch in der Katastrophenforschung als besonders vulnerable Personengruppe eingestuft. Entsprechend werden sie im internationalen SENDAI-Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge ebenso wie in der Deutschen Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen ausdrücklich so benannt. In Deutschland machen Menschen im höheren Lebensalter derzeit rund 30% der Bevölkerung aus, mit weiter steigender Tendenz infolge des demografischen Wandels (Statistisches Bundesamt, 2025). Angesichts begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz erscheint eine pauschale Betrachtung großer Bevölkerungsanteile als schutzbedürftig kaum praktikabel. Erforderlich ist daher eine differenziertere Beschreibung spezifischer Vulnerabilitäten und vorhandener Resilienzen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Beitrags ist es, die Relevanz der Public-Health-Forschung für die Katastrophenresilienz herauszuarbeiten und die Notwendigkeit einer salutogenetischen Perspektive in der Forschung zu Menschen in Katastrophen zu begründen. Leitend ist dabei die Fragestellung, welchen Beitrag eine ressourcen- und gesundheitsorientierte Betrachtung zur Ergänzung vulnerabilitätszentrierter Ansätze leisten kann, insbesondere mit Blick auf ältere Menschen.

Diskussionspunkt:

  • Wie kann die Forschung Vulnerabilitäten und Resilienzen besser aufdecken?
  • Wie helfen die Erkenntnisse über Ressourcen in der Katastrophenbewältigung der Dialoggruppe?

Inhalt: Der Beitrag skizziert den aktuellen Forschungsstand zur Katastrophenresilienz älterer Menschen und adressiert zentrale forschungsmethodische Problematiken. Vulnerabilitäten und Resilienzen älterer Menschen in der Katastrophenbewältigung werden dabei systematisch gegenübergestellt. Leitend ist die Fragestellung, welche hemmenden und fördernden Faktoren die Katastrophenresilienz älterer Menschen beeinflussen.

Take Home Message für die Praxis: Ältere Menschen, die als Personengruppen vulnerabilisiert werden, besitzen ebenfalls Resilienzen, um Katastrophen erfolgreich zu bewältigen.

Interessenkonflikt: Methodisch basiert der Beitrag auf einem in den Jahren 2025/2026 durchgeführten Scoping Review. Das Scoping Review entstand im Rahmen des vom BMFTR geförderten Projekts LifeGRID. Es bestehen keine Interessenskonflikte.