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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Gesundheitsförderung und Stressbewältigung mit BERN bei Patient:innen mit Multipler Sklerose
Text
Hintergrund: Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Die Erkrankung führt zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität. Daher steht die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und die Erhaltung der Lebensqualität im Fokus. Die Mind-Body-Medizin Intervention BERN (Behavior, Exercise, Relaxation, Nutrition) zielt darauf ab, die Gesundheit sowie die allgemeine Lebensqualität der MS-Patient:innen zu fördern und Stress zu reduzieren.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Pilotstudie war es, die Wirksamkeit des achtwöchigen ambulanten BERN-Kurses hinsichtlich der Verbesserung der Lebensqualität und Stressreduktion sowie der Veränderung des Lebensstils bei MS-Patient:innen zu untersuchen.
Material & Methoden: Hierzu wurde ein Mixed-Methods-Design mit integrierter randomisierter kontrollierter Studie (RCT) mit einer Wartelisten-Kontrollgruppe an drei Messzeitpunkten eingesetzt. Nach der Intervention wurden zwei Fokusgruppen mit jeweils 3 Patient:innen durchgeführt und mithilfe der interpretativen phänomenologischen Analyse ausgewertet. Drei weitere Fokusgruppen sind geplant.
Ergebnisse: In den Fokusgruppen zeigte sich, dass Umsetzungsbarrieren primär auf Herausforderungen bei der Verhaltensänderung zurückzuführen sind. Als hilfreiche Kursinhalte wurden v. a. Entspannungs- und Bewegungsübungen sowie Übungen zur Förderung der Verhaltensreflexion und kognitiven Neubewertung identifiziert. Wichtige Inhalte waren für die Teilnehmenden die Stärkung individueller Ressourcen, das Setzen von Grenzen sowie Prozesse der kognitiven Umstrukturierung.
Diskussion: Für die Patient:innen war es bedeutsam, in ihrer Selbstwirksamkeit und Selbsthilfe unterstützt zu werden und konkrete Übungen und Strategien zu erlernen. Die Herausforderung liegt für sie in der nachhaltigen Umsetzung im Alltag. Dabei zeigte sich ein Spannungsfeld zwischen Selbstwirksamkeitserfahrungen, Motivation zur Integration von Bewegungs- und Entspannungsübungen sowie bestehenden Barrieren für Verhaltensänderungen. Interessant war, dass sich die wahrgenommene Wirkung des Kurses bei zwei Teilnehmenden erst im Rahmen der Fokusgruppenreflexion erschloss.
Take Home Message für die Praxis: Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Stressreduktion, Achtsamkeit, Selbsthilfe und Selbstfürsorge für Patient:innen mit Multipler Sklerose. Zudem verdeutlichen sie die Relevanz von strukturierten Stressbewältigungs- und Gesundheitsförderungsangeboten für die Integration in die Regelversorgung.
Interessenkonflikte: Keine



